Aufsteiger

Saarland peilt 50 Megawatt Sonnenstrom an

Das kleinste Bundesland will zum Vorreiter beim Einsatz von erneuerbaren Energien und bei der Steigerung der Energieeffizienz werden. Eine erste Bilanz zog der saarländische Umweltminister Stefan Mörsdorf: Geht es nach seinen Vorstellungen, könnte das Saarland bald schon 50 Megawatt Strom aus Sonne erzeugen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Saarbrücken (red) - Im Saarland könnten schon in naher Zukunft 50 Megawatt elektrischer Leistung in Solarkraftwerken erzeugt werden. "Ich halte dieses Ziel für realistisch, und wir peilen es aktiv an", sagte Umweltminister Stefan Mörsdorf kürzlich auf der Landespressekonferenz.

Hohe Sonnenscheindauer und Altindustrieflächen

"Wir haben im Saarland optimale Voraussetzungen für die Fotovoltaik", betonte der Minister. "Zum einen haben wir eine Sonnenscheindauer, die genauso hoch ist wie die im sonnenverwöhnten Baden, zum anderen haben wir riesige Altindustrieflächen, die sich ideal für Solarkraftwerke eignen. Wir müssen also nicht, wie das andernorts der Fall ist, wertvolle Ackerböden oder Weinberge für Solarpaneele opfern." Diese Standortgunst gelte es zu nutzen, um Investoren für das Energieland Saarland zu begeistern.

Weltweit größte Anlage

Einen starken Schub nach vorn soll die saarländische Solarenergie durch das neue, weltweit größte Fotovoltaikkraftwerk in Göttelborn erhalten. "Wir gehen jetzt sogar davon aus, dass dort statt wie geplant 7,4 Megawatt sogar 8,2 Megawatt Spitzenleistung machbar sein werden", erläuterte der Minister. "Inzwischen ist das Vorhaben vom Stadtverband als Bauaufsichtsbehörde genehmigt, die Fläche wird derzeit planiert, und die ersten Streifenfundamente für die Solarpaneelen sind bereits gegossen."

Windkraft

Auch bei den anderen erneuerbaren Energien hat es im Saarland in den letzten fünf Jahren erhebliche Steigerungsraten gegeben, wie Mörsdorf im Kabinett berichtete. Bei der Windenergie gab es Ende 1999 elf Anlagen (8,9 Megawatt installierte Leistung), Ende 2003 war diese Zahl auf 38 angestiegen, womit sich die installierte Leistung auf 35,2 Megawatt vervierfachte. Diese Leistung soll nochmal verdreifacht werden.

Erdwärme und Biomasse

Aus dem aus den Bergwerken ausströmenden natürlichen Methangas werden in 13 Anlagen aktuell 45 Megawatt Strom erzeugt. Damit lassen sich bereits knapp fünf Prozent des gesamten saarländischen Stromverbrauchs abdecken. "Der gesamte Bereich des Bergbaus bietet noch ein ganz erhebliches Energiepotenzial, das wir mit intelligenter Technologie nutzen können", betonte der Umweltminister. Auch die Nutzung der Biomasse sei erheblich voran gekommen: Seit 1999 wurden 71 Holz- und Strohfeuerungsanlagen aus dem Zukunftsenergieprogramm ZEP plus des Umweltministeriums gefördert und neu in Betrieb genommen.

Effizienzrevolution notwendig

"All diese Zahlen dürfen jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass die größten Anstrengungen und Aufgaben noch vor uns liegen", unterstrich Mörsdorf. Dabei müsse die Steigerung der Energieeffizienz stärker als bisher in den Vordergrund rücken. "Selbst bei größten Anstrengungen und optimistischen Annahmen wird der Anteil der erneuerbaren Energieträger am Energieverbrauch 2015 lediglich bei 20 Prozent liegen. 80 Prozent unserer Energie werden dann immer noch aus konventionellen Energieträgern wie Kohle, Gas und Öl stammen. Wir müssen uns daher viel stärker darauf konzentrieren, dass wir diese 80 Prozent konventionelle Energie so effizient und intelligent wie irgend möglich nutzen."