Radioaktiv

Saarland geht gegen Atommülllager in Lothringen vor

Nahe der Grenze zum Saarland im französischen Bure wird seit rund 15 Jahren getestet, ob sich das dortige Tongestein für die Lagerung von Atommüll eignet. Der Landtag in Saarbrücken will vermeiden, dass nur 150 Kilometer entfernt in der Region Lothringen ein Lager für radioaktive Abfälle entsteht.

Atomstrom© dasglasauge / Fotolia.com

Saarbrücken (dpa/red) - Das Saarland versucht die Einrichtung eines Endlagers für Atommüll in Bure in Lothringen (Frankreich) zu verhindern. Der Landtag in Saarbrücken forderte am Mittwoch einstimmig die Bundesregierung auf, in Paris vorzubringen, dass es "keine gesetzliche Präjudizierung für einen Standort" geben dürfe.

Umweltpolitiker befürchten, dass in einem neuen französischen Wirtschaftsgesetz eine Festlegung auf Bure als Atommüllendlager versteckt sei.

Tongestein in Bure wird auf Tauglichkeit getestet

In Bure etwa 150 Kilometer von der deutschen Grenze erforscht die Betreibergesellschaft Andra seit 2000 rund 500 Meter unter Tage, ob sich das Tongestein für mittel und hoch radioaktive Abfälle eignet. Bei einem Baubeginn 2020 könnten 2025 erste strahlende Abfälle dort eingelagert werden. Das Pariser Wirtschaftsgesetz billigt die Andra-Pläne für das erstes Atommüllendlager im Herzen Europas. Kritiker bezweifeln, dass das Tongestein unter Bure über Millionen Jahre die Strahlung zurückhalten könne.

Quelle: DPA