Neues Finanzierungsprojekt

Saar-Uni will Studenten Anteile an "Uni-Solar-Kraftwerk" verkaufen (Upd.)

Die Universität des Saarlandes will künftig einen Teil ihres Energiebedarfs mit Strom aus einem eigenen Solarkraftwerk decken. Das Besondere dabei ist die Finanzierung des Projekts: Die Hälfte der Investitionssumme von insgesamt 840.000 Euro soll dadurch zusammenkommen, dass Studenten und Mitarbeiter Anteile an dem "Uni-Solar-Kraftwerk" zeichnen.

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Saarbrücken (ddp-rps/sm) - "Die Beteiligung von Mitarbeitern und Studenten, wie wir sie vorsehen, ist bundesweit ein Unikum", sagte Universitätspräsident Volker Linneweber. Geplant sei die Ausgabe von Anteilen im Wert zwischen von 1000 und 2500 Euro. Komme die Hälfte der Investitionssumme auf diese Weise zusammen, werde die andere Hälfte von einer Bank übernommen, erläuterte der Uni-Präsident das Finanzierungskonzept.

"Modell für die Finanzierung standen Bürgersolarkraftwerke, wie es sie in einigen Kommunen und Gemeinden bereits gibt", sagte Markus Jolly von der Saarbrücker Firma CIC Solar, die für die Planung des Solarkraftwerks zuständig ist. In einem ersten Bauabschnitt sollen Anlage mit einer Jahresleistung von 170.000 Kilowattstunden installiert werden. Nach und nach könne die Leistung dann auf rund eine Million Kilowattstunden gesteigert werden.

Pädagogisches Vorbild für junge Leute

Dennoch steht für den Uni-Präsidenten der Umweltaspekt "im Mittelpunkt des Vorhabens". Der Einsatz erneuerbarer Energien leiste einen wertvollen Beitrag auf dem Weg zum "Öko-Campus". Zugleich verfolgt Linneweber auch ein pädagogisches Ziel: Die Universität sei auch ein "Multiplikator", der jungen Leuten zeigen könne, dass es sich lohne, in erneuerbare Energien zu investieren, betonte er.

Aus diesem Grund werde im ersten Bauabschnitt bewusst auch das gut sichtbare Dach der historischen Aula im Zentrum des Campus mit Solarzellen versehen. Die Menge des produzierten Solarstroms und die dadurch erzielte Verringerung des CO2-Ausstoßes sollen auf der Website der Universität permanent ablesbar sein.

Langfristig hohe Renditen

Studenten und Mitarbeitern, die in die Anlage investieren, stellt die Universität langfristig hohe Renditen in Aussicht: Während der ersten zehn Jahre soll die Geldanlage zunächst rund vier bis fünf Prozent abwerfen, nach Abtragung des Bankkredits würden dann jährlich 16 Prozent ausgeschüttet. "Wenn sich genügend Interessenten für das Projekt finden, werden wir in der Folge weitere Dächer mit Solaranlagen versehen", kündigte der Universitätspräsident an.

Insgesamt besitzen Solaranlagen auf landeseigenen Gebäuden im Saarland derzeit noch Seltenheitswert. Nach Auskunft von Bernd Sander, dem Leiter des Referats Erneuerbare Energien im saarländischen Umweltministerium, gibt es momentan nur zwei solcher Anlagen. Die eine sei von einem privaten Investor auf dem Dach des Umweltministeriums installiert worden, die andere befinde sich auf dem Dach des Landesamtes für Bau und Liegenschaften und sei aus Landesmitteln finanziert.