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RWE will zwei neue Kraftwerke bauen

Der zweitgrößte deutschen Energiekonzern RWE will zwei neue Kraftwerke bauen. Wie das Unternehmen am Donnerstag in Essen mitteilte, sollen am Standort Ensdorf im Saarland ein Steinkohlekraftwerk und im niedersächsischen Lingen ein Gas- und Dampfkraftwerk errichtet werden.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Essen (ddp-nrd/sm) - Im bereits bestehenden Standort Ensdorf soll ein neuer Steinkohlendoppelblock mit einer Leistung von 1600 Megawatt entstehen. Die Anlage, für die Investitionen von rund 2,0 Milliarden Euro vorgesehen seien, solle 2012 ans Netz gehen. Am ebenfalls schon vorhandenen Standort im emsländischen Lingen ist ein Gas- und Dampf-Kraftwerk mit einen Erdgasröhrenspeicher für rund 0,5 Milliarden Euro geplant.

Beiden Projekte müssen nach Angaben des Unternehmens noch die Aufsichtsgremien zustimmen. Mit den jetzt angekündigten Bauplänen erhöhten sich die geplanten Kraftwerksinvestitionen von RWE auf insgesamt weit über 10,0 Milliarden Euro.

Der Vorstandsvorsitzende Harry Roels verwies darauf, dass eine Voraussetzung für das Investitionsprogramm langfristig kalkulierbare energiepolitische Rahmenbedingungen seien. "Durch aktuelle Gesetzentwürfe zum Emissionshandel und zu den beabsichtigten Eingriffen in den Strommarkt durch eine Kartellrechtsänderung werden diese notwendigen Rahmenbedingungen jedoch nicht geschaffen", kritisierte er.

Der saarländische Wirtschaftsminister Hanspeter Georgi (CDU) begrüßte den geplanten Kraftwerksneubau als "Durchbruch für den Energiestandort Saarland". Mit dieser "Leitinvestition" werde die Energiewirtschaft langfristig gefestigt und ausgebaut. Der Einsatz der Landesregierung habe sich bezahlt gemacht. Georgi rechnet nicht nur mit neuen Arbeitsplätzen, sondern auch mit einer Belebung der Bauwirtschaft und weiterer Branchen.

Die Stromerzeugung der saarländischen Kraftwerke liegt nach Angaben des Ministers mit rund zwölf Terawattstunden fast doppelt so hoch wie der Gesamtstromverbrauch des Landes von rund 6,5 Terawattstunden. Als Hauptenergieträger dominiert derzeit noch die Steinkohle.

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