Genehmigungsverfahren ausgesetzt

RWE will vorläufig kein Zwischenlager in Mülheim-Kärlich

Das stillgelegte AKW Mülheim-Kärlich soll nun vorerst doch nicht als Zwischenlager für radioaktive Abfälle genutzt werden. RWE Power als Betreiber der Anlage hat beim rheinland-pfälzischen Umweltministerium beantragt, das Genehmigungsverfahren für das Zwischenlager ruhen zu lassen.

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Mainz (ddp-rps/sm) - Grund sei der Baubeginn des Endlagers Konrad in Salzgitter, welches die durch den Abbau des Kraftwerks in Mülheim-Kärlich anfallenden Materialien aufnehmen könnte, teilte das Unternehmen mit.

Umweltministerin Margit Conrad (SPD) begrüßte die Entscheidung der RWE. Mehrfach habe sie den Stromkonzern aufgefordert, Alternativen für die Zwischenlagerung zu suchen, sagte die Ministerin. Nun zeichne sich die konkrete Möglichkeit ab, dass bei planmäßiger Inbetriebnahme des Endlagers Konrad kein Zwischenlager in Mülheim-Kärlich benötigt werde.

Nach Angaben von RWE stehen für den weiteren Abbau des Kraftwerks derzeit noch externe Zwischenlagerkapazitäten zur Verfügung. Später abgebaute Materialien könnten ins Endlager Konrad gebracht werden. Das Unternehmen behält sich jedoch vor, das Verfahren wieder aufzunehmen, sollten doch noch Zwischenlagerkapazitäten benötigt werden.

Das Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich war im März 1986 ans Netz gegangen und wurde bis September 1988 insgesamt 13 Monate lang betrieben. Nachdem das Bundesverwaltungsgericht am 9. September 1988 die erste Teilgenehmigung vom 9. Januar 1975 aufgehoben hatte, wurde die Anlage abgeschaltet. Im Rahmen des Atom-Konsenses war im Juni 2001 der Rückbau beschlossen worden. Die RWE hatte 2001 den Rückbau und die Einrichtung eines Zwischenlagers beim Ministerium beantragt. Mit einem ersten Teil-Rückbau wurde 2004 begonnen.