Energiewende

RWE will Töchter verkaufen, E.ON die Dividende senken

Die Energiewende zwingt den Stromkonzern RWE, das Kerngeschäft zu reduzieren. Der Vorstand soll den Verkauf mehrerer Tochterfirmen für den Vertrieb von Strom und Gas prüfen. Bei E.ON soll nächste Woche über die neue Strategie beraten werden. Dabei soll es auch um eine Kürzung der Dividende für die Aktionäre gehen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg/Düsseldorf (dapd-nrw/dapd/red) - Die "Financial Times Deutschland" (Dienstagausgabe) berichtet, im Mittelpunkt der Überlegungen stünden die Frankfurter Süwag Gruppe, der Saarbrücker Versorger VSE und die Koblenzer Elektrizitätswerke. 2010 erzielten die Töchter zusammen rund 3,2 Milliarden Euro Umsatz. Das entspricht etwa einem Sechstel des inländischen Vertriebsgeschäfts des zweitgrößten deutschen Energiekonzerns. Ein RWE-Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren.

Der RWE-Vorstand durchkämmt dem Bericht zufolge derzeit den Konzern nach verkaufsfähigen Töchtern, um den Finanzspielraum des Konzerns zu sichern. Vorstandschef Jürgen Großmann habe die Trennung von Beteiligungen im Wert von acht Milliarden Euro angekündigt.

Der Krisenrat tagt auch bei E.ON

Der Konzernbetriebsrat von E.ON will Vorstandschef Johannes Teyssen zu Informationen über den geplanten Stellenabbau zwingen. Für Freitag hat der Betriebsrat eine Sondersitzung des Wirtschaftsausschusses einberufen, wie die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post" (Dienstagausgabe) berichtet.

Am Montag will der Aufsichtsrat die neue E.ON-Strategie beraten. Dabei soll es nach Informationen aus Gewerkschaftskreisen auch um eine Kürzung der Garantie-Dividende gehen. E.ON hatte seinen Aktionären bislang für 2011 und 2012 eine Dividende von mindestens 1,30 Euro je Aktie versprochen. Das war allerdings noch vor der Energiewende.