Trotz drohender Kartellstrafe

RWE will Stromnetz nicht verkaufen

RWE will - anders als E.ON - sein Stromnetz behalten. RWE habe intern prüfen lassen, was dem Unternehmen als Kartellstrafe drohen könne, dabei aber nur Kleinigkeiten und "nichts Lebensbedrohliches" gefunden, sagte der RWE-Chef Jürgen Großmann vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp/sm) - RWE werde deshalb auch nicht präventiv sein Stromnetz veräußern. RWE habe von der EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes bisher auch keine konkreten Vorwürfe gegen das Unternehmen vernommen, weder auf der Strom- noch auf der Gasseite. Im Gegensatz zu RWE hatte E.ON Ende Februar angekündigt, sein Netz verkaufen zu wollen. E.ON will mit dieser Maßnahme Kartellstreitigkeiten mit der EU beenden.

Der RWE-Vorstandsvorsitzende schloss nicht grundsätzlich aus, dass sich die Haltung zu einem Verkauf des Stromnetzes irgendwann ändern ird. Wenn der Konzern irgendwann keine Verfügungsgewalt mehr über die Netze habe und zugleich niedrige Renditen erzielt würden, müsse neu überlegt werden. "Die Trennung von den Netzen wäre für RWE auch keine Frage von Leben und Tod", sagte Großmann.

Großmann sieht sein Unternehmen derzeit nicht von einer Übernahme bedroht. "Ich glaube nicht, dass sich im Moment irgendjemand für RWE interessiert", sagte er. Von den erneuten Börsengerüchten über ein mögliches Angebot von Electricité de France habe er auch gehört, wisse hierüber aber nichts.

RWE habe das Zeug, auch in Zukunft ein eigenständiger und erfolgreicher Konzern zu bleiben, bekräftigte Großmann. An den kommunalen Anteilseignern des Konzerns sei das allerdings nicht festzumachen. Diese hielten derzeit zwar insgesamt noch rund 25 Prozent der RWE-Aktien, eine Sicherheit gegen eine Übernahme sei das aber nicht.