Kartellstreit

RWE will sein Gasnetz abgeben

RWE strebt im Kartellstreit mit der EU-Kommission eine Einigung an und will sein Gas-Übertragungsnetz in Deutschland in den kommenden zwei Jahren verkaufen. Der Aufsichtsrat der RWE AG habe dem Vorhaben bereits zugestimmt, teilte RWE am Samstag mit.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Essen (ddp-nrw/sm) - Eine weitere Gremienbefassung in der Führungsgesellschaft RWE Energy stehe noch aus, hieß es. Nach einer Befragung wichtiger Marktteilnehmer solle die EU-Kommission die Verpflichtungszusage dann für bindend erklären und das Verfahren beenden.

Im April 2007 hatte die EU-Kommission ein Wettbewerbsverfahren gegen den Essener Konzern eingeleitet. In dem Verfahren prüft sie, ob RWE mögliche Wettbewerber gezielt vom Gasmarkt ausschloss.

Das Unternehmen streitet die Vorwürfe auch weiterhin ab. Die angestrebte Einigung sei kein Schuldeingeständnis. Zur Vermeidung eines langjährigen Rechtsstreites habe man sich jedoch für eine einvernehmliche Regelung und einen Abschluss des Verfahrens entschieden.

Über den Schritt war in den vergangenen Tagen bereits spekuliert worden. In Deutschland gibt es den Angaben zufolge elf Netzbetreiber, die ein Fernleitungsnetz von rund 40.000 Kilometern betreiben. Das RWE-Übertragungsnetz hat eine Länge von 4100 Kilometern.