Weltweites Pilotprojekt

RWE will schadstoffreies Kohlekraftwerk bauen

Schon 2014 könnte das weltweit erste kohlendioxidfreie Kohlekraftwerk in Betrieb gehen, so sehen es jedenfalls aktuelle Planungen des Energieriesen RWE vor. Als Investitionsvolumen steht eine Milliarde Euro im Raum - es fehlten allerdings noch die notwendigen politischen Rahmenbedingungen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen/Düsseldorf (ddp.djn/sm) - Der Essener Energiekonzern RWE plant den Bau des weltweit ersten kohlendioxidfreien Kohlekraftwerkes. Die Anlage mit einer voraussichtlichen Brutto-Leistung von etwa 450 Megawatt könne bei einem optimalen Planungs- und Umsetzungsverlauf bereits 2014 ans Netz gehen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Das Investitionsvolumen könne sich auf etwa eine Milliarde Euro belaufen.

Voraussetzung für das Projekt seien neben der erfolgreichen technischen Umsetzbarkeit die notwendigen politischen Rahmenbedingungen und Genehmigungen sowie die Zustimmung der zuständigen Aufsichtsratgremien des RWE-Konzerns. Erste konkrete Planungsschritte seien bereits eingeleitet worden.

Danach soll parallel der Einsatz von Steinkohle und von Braunkohle erprobt werden. In der zweiten Jahreshälfte 2007 werde sich RWE entscheiden, welcher Primärenergieträger genutzt werde und an welchem Standort. Dabei liege die Präferenz bei der heimischen Braunkohle.

Die Rheinische Post kommentierte das Vorhaben indes weniger euphorisch: "Wird es möglich sein, zu vertretbaren Kosten das Kohlendioxid abzutrennen und unter die Erde zu verfrachten? Der Gedanke, damit die alten Lagerstätten für Gas und Öl aufzufüllen, klingt zwar verlockend. Aber längst ist nicht geklärt, welche Plätze geeignet sind und ob das Klimagas für alle Ewigkeit dann unter der Erde bleiben wird", heißt es in der heutigen Ausgabe. Problematisch werde das auch, wenn die großen Energiekonzerne weltweit dem Beispiel von RWE folgen und Unmengen von Kohlendioxid über Tausende von Pipeline-Kilometer in geeignete Speicher transportieren wollen. Dennoch sollte der Schritt zu mehr Umweltschutz anerkannt werden, meinen die Kollegen aus Düsseldorf.