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RWE will Kraft-Wärme-Kopplung in Privathäuser bringen

Der Energieversorger RWE will die Technik der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) auch für die Privathaushalte nutzbar machen. Von Mitte 2011 an will der Konzern sogenannte Mikro-KWK-Systeme insbesondere für Ein- und Zweifamilienhäuser serienreif auf den Markt bringen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Duisburg (dapd/red) - Mit den Klein-KWK-Anlagen können die Haushalte über einen erdgasbetriebenen Generator vor allem Wärme, aber auch Strom für den Eigenbedarf erzeugen. Moderne Brennwertkessel mit Solarthermie sind dagegen ausschließlich zur Wärmeerzeugung geeignet. Zu viel in KWK-Anlagen produzierten Strom sollen die Privatleute ins Netz verkaufen können. Bei höherem Strombedarf sollen die Haushalte Öko-Strom aus dem Netz beziehen können und diesen insbesondere für die energieaufwendige Warmwasser- und Heizwasserbereitung nutzen.

RWE sieht in dem KWK-Versorgungsmodell einen wichtigen Baustein auf dem Weg hin zu einer dezentraleren Energieversorgung, die künftig an Bedeutung gewinnen werde. Bislang kommt die KWK fast nur in Großanlagen zum Einsatz. Über eine geplante Vernetzung vieler solcher Mikro-KWK-Anlagen zu einem virtuellen Kraftwerk werde es künftig möglich, Strom in größerem Stil dezentral zu erzeugen, hieß es.

Energieverbrauch könnte um ein Drittel sinken

Die Klein-KWK-Anlagen sollen so laut RWE neben der Energieersparnis für die Haushalte auch dazu beitragen, Primärenergie einzusparen - also jene Energiemenge, die zunächst für den späteren Verbrauch erzeugt werden muss. Um bis zu ein Drittel könnten die privaten KWK-Systeme den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid in der Energieerzeugung vermindern. In etwa gleicher Höhe könne der Energieverbrauch im Haushalt selbst sinken.

Eine entsprechende Pilotanlage, die RWE zusammen mit dem Heizgerätehersteller Vaillant entwickelt hat, ist bereits beim Fraunhofer-Institut auf dem Gelände der Universität Duisburg in Betrieb.

"KWK ist eines der Schlüsselelemente, um die Klimaschutzziele zu erreichen", sagte der technische Geschäftsführer der RWE-Tochter RWE Effizienz, Norbert Verweyen. Nach Plänen der Bundesregierung soll der KWK-Anteil an der Stromerzeugung in Deutschland bis 2020 auf 25 Prozent steigen. Derzeit liegt dieser Anteil bei 13 Prozent und ist damit in etwa so hoch wie der der erneuerbaren Energien.

In den Privathaushalten schlummert nach Feststellung von Vaillant-Geschäftsführer Marc Andree Groos ein gewaltiges Einsparpotenzial an Energie. So fließe aktuell mit rund 40 Prozent fast die Hälfte der in Deutschland erzeugten Primärenergie in die Privathaushalte. Von dieser Energiemenge würden wiederum bis zu 90 Prozent für Heizungen und die Warmwasserbereitung benötigt. Doch seien nur rund 15 Prozent aller Heizungen hierzulande auf dem neuesten energietechnischen Stand. Das Gros der Anlagen sei im Durchschnitt 25 Jahre alt. Durch eine komplette Modernisierung aller Heizungsanlagen könnten bis zu 25 Prozent der für ihren Betrieb notwendigen Primärenergie eingespart werden.