Netz AG

RWE will Koordinierung vom Stromnetz übernehmen

RWE will die Führung im gesamten deutschen Strom-Höchstspannungsnetz übernehmen und auch den weiteren Netzausbau koordinieren. Mit einem solchen Modell könne die von der Politik und der Bundesnetzagentur angestrebte einheitliche Regelzone in ganz Deutschland geschaffen werden, teilte der Versorger am Donnerstag in Düsseldorf mit.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp.djn/sm) - Voraussetzung hierfür müsse auch nicht erst die Schaffung einer Netz AG sein. Das Netz-Eigentum soll auch bei dem jetzt vorgeschlagenen Modell bei den jeweiligen Unternehmen verbleiben.

Nach Angaben eines Sprechers könnte die gesamte Führung des deutschen Höchstspannungsnetzes in die RWE-Leitstelle im rheinischen Brauweiler verlegt werden. RWE Transportnetz Strom betreibt in Deutschland das mit 11.300 Kilometern längste Höchstspannungsnetz. Daneben betreiben auch E.ON, EnBW und Vattenfall Europe weitere Netze in jeweils eigenen Regelzonen.

Zuletzt waren wiederholt Forderungen aufgekommen, diese vier Zonen aufzulösen und dadurch die Regelenergie-Kosten deutlich zu senken. Erst am Montag hatte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, gesagt, durch den Wegfall der bisherigen vier Regelzonen könnten jährliche Synergien im dreistelligen Millionenbereich erreicht werden. Zudem würden demnach die Marktstrukturen vereinfacht, der Stromhandel erleichtert und die deutsche Position im europäischen Strom-Verbundnetz gestärkt.