Sparkurs

RWE will bis 2012 eine Milliarde Euro einsparen

RWE hat sich offenbar ein neues mittelfristiges Sparziel gesetzt. Wie das Wirtschaftsmagazin "Capital" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtete, sollen die Kosten nun bis 2012 um eine Milliarde Euro gesenkt werden. Experten schätzen, dass in diesem Zeitraum rund 1000 Jobs wegfallen werden.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg/Essen (ddp-nrw/sm) - Im August wolle der neue Konzernchef Jürgen Großmann die Zahlen offiziell bekannt geben. Bisher lautete das Ziel, die Kosten bis 2010 um 600 Millionen Euro zu verringern. Bei der Bilanzpressekonferenz Anfang des Jahres hatte Großmann jedoch bereits angekündigt, diese Vorgabe erheblich übertreffen zu wollen.

Damit einhergehend treibe der Vorstandsvorsitzende die Verschlankung des Essener Stromriesen stärker voran als bislang bekannt, heißt es in dem Magazin weiter. Statt wie angekündigt 8000 Stellen habe Großmann in den vergangenen Wochen rund 10.000 der insgesamt 38.000 inländischen Arbeitsplätze auf Rentabilität untersuchen lassen. Insider erwarteten, dass dadurch etwa 1000 Jobs wegfallen würden. Hauptsächlich dürfte die Zwischenholding RWE Energy betroffen sein, die Dachgesellschaft für Vertrieb und Netze. Betriebsbedingte Kündigungen seien jedoch bis Ende 2012 ausgeschlossen.

Großmann wolle den Börsenwert von RWE innerhalb seiner Amtszeit auf rund 100 Milliarden Euro bringen und damit mehr als verdoppeln. So wolle der Dax-Konzern zur Spitzengruppe der europäischen Energie-Anbieter aufschließen. Konkurrent E.ON etwa ist an der Börse derzeit mit etwa 86 Milliarden Euro gut zwei Mal so viel wert wie RWE, die auf 42 Milliarden kommt. Nach Großmanns Einschätzung kann das Unternehmen sein Ziel jedoch nur mit Hilfe von Übernahmen erreichen.

Eine RWE-Sprecherin sagte zu dem Bericht, es sei im Konzern noch keine Entscheidung in der Angelegenheit gefallen.