Drohende Engpässe

RWE warnt vor Engpässen bei der Stromversorgung

RWE-Konzern hat erneut vor Engpässen bei der Stromversorgung gewarnt. Das Unternehmen fordert deshalb längere Laufzeiten für Kernkraftwerke und mehr Kohleverstromung. Zudem sei die Politik gefordert, günstigere Rahmenbedingungen für Kraftwerke und Netzausbau zu schaffen.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Hannover (ddp/sm) - Bisher sei das deutsche Stromnetz eines der stabilsten weltweit, sagte RWE-Vorstandsmitglied Ulrich Jobs der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". "Allerdings drohen schon heute immer häufiger kritische Engpässe. Die Übertragungsnetze haben ihre Kapazitätsgrenze erreicht."

Wer das Problem der Kapazitätslücke ignoriere, riskiere Unterbrechungen in der Stromversorgung, erklärte Jobs. "Die Politik muss den Ernst der Lage erkennen. Wir brauchen ein günstiges Investitionsklima für neue Kraftwerke und den Netzausbau. Deutschland ist mit seinem breiten Energiemix gut gefahren und sollte dabei bleiben."

Der RWE-Manager rief die Politiker auf, den geplanten Atomausstieg zu überdenken. Jeder Politiker müsse sich fragen lassen, wie er eine sichere, bezahlbare und saubere Stromversorgung künftig garantieren wolle. "Deutsche Kernkraftwerke gehören zu den sichersten weltweit. Warum sollen wir auf sie verzichten, wo wir sehenden Auges in eine Kapazitätslücke laufen? Warum sollen deutsche Kernkraftwerke nach 32 Jahren vom Netz, während sie in anderen Ländern oft mehr als 60 Jahrelaufen?"