"Keine Marktbeherrschung"

RWE-Vorstand kritisiert schärfere Kartellaufsicht über Strombranche

Der Stromkonzern RWE hat die Ankündigung einer stärkeren kartellrechtlichen Kontrolle durch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) kritisiert. "Entweder will man Markt haben oder man will es sein lassen. Die Politik muss sich entscheiden", so RWE-Vorstandsmitglied Jan Zilius.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - In dem Gespräch mit der "Financial Times Deutschland" sagte Zilius weiter: "Man sollte die Rahmenbedingungen auf dem Strommarkt so lassen wie sie sind." Er betonte, dass die Strompreise nicht überhöht seien. "Wir haben keine marktbeherrschende Stellung und wir missbrauchen sie auch nicht. Der Vorwurf geht an der Realität vorbei", sagte der RWE-Vorstand.

Zilius, der auch Chef der Erzeugungsgesellschaft RWE Power ist, erklärte die gestiegenen Preise mit der stärkeren Stromnachfrage vor allem aus Südeuropa. Weil die Branche über Jahre keine Vollkosten erzielen konnte, seien gleichzeitig die Kraftwerkskapazitäten nicht gewachsen. "Jetzt investieren wir in neue Kraftwerke, um die Kapazitäten zu beruhigen und die Preise zu dämpfen", sagte er. "Jeder Markt, der funktioniert, ist nur zum Teil an die Erzeugungskosten gekoppelt." Der Strompreis werde durch Angebot und Nachfrage gebildet.