Schrumpfende Gewinne

RWE verschärft Sparkurs mit weiterem Stellenabbau

Die Gewinne mit Kraftwerken sind bei RWE weiter auf Talfahrt. Angesichts schrumpfender Erlöse verschärft das Energieunternehmen den Sparkurs und baut weitere Stellen ab. Bei der Tochter RWE Power sollen über 2.000 Jobs wegfallen.

RWE

Bergheim – RWE verschärft angesichts weiter geschrumpfter Gewinne aus der Stromerzeugung seine Sparpläne und baut zusätzliche Stellen ab. Bis 2018 sollten die jährlichen Kosten der RWE-Erzeugungstochter RWE Power um 1,5 Milliarden Euro verringert werden, sagte Power-Vorstandschef Matthias Hartung am Donnerstag in Bergheim im Rheinischen Revier. Derzeit liege die Einsparung bei gut einer Milliarde Euro im Jahr im Vergleich zu 2013.

Stellenabbau soll sozialverträglich erfolgen

RWE Power wolle von jetzt knapp 14.000 Stellen bis 2020 europaweit (mit Großbritannien und Niederlande) rund 2.300 Stellen abbauen, sagte Power-Personalchef Erwin Winkel, davon etwa 1.600 im Rheinischen Revier. Dies solle möglichst sozialverträglich geschehen. Vor einem Jahr war noch ein Einsparziel von rund 2.000 Stellen genannt worden. Gespräche mit den Gewerkschaften laufen bereits. Dabei geht es auch um den Abbau weiterer tariflicher Leistungen.

Das betriebliche Ergebnis der RWE-Stromerzeugung war im ersten Quartal im Vorjahresvergleich um etwa ein Fünftel auf 354 Millionen Euro zurückgegangen. Der Börsenstrompreis war zu Jahresbeginn auf einen neuen Tiefststand von annähernd 20 Euro pro Megawattstunde gesunken und hat sich seitdem nur leicht erholt. Noch vor wenigen Jahren lag er bei 50 Euro.

Leitentscheidung: Tagebau weiter erforderlich

Hartung begrüßte die am Vortag veröffentlichte neue Leitentscheidung der NRW-Landesregierung für den Braunkohletagebau im Rheinland. Zwar verringere sich damit die geplante Abbaumenge um mehrere hundert Millionen Tonnen. Die energiewirtschaftliche Erforderlichkeit des Tagebaus für die Zeit nach 2030 sei aber ohne zeitliche Begrenzung bestätigt worden. RWE plane, bis Mitte des Jahrhunderts die genehmigten Tagebaue weiterzuführen, sagte Hartung. Dies sei ein "verlässlicher Fahrplan", um den man keine Ausstiegsdiskussionen ranken sollte.

Quelle: DPA