Stromgroßhandel

RWE und Kartellamt einigen sich bei Industriestrompreisen

Das Bundeskartellamt hat das Missbrauchsverfahren wegen überhöhter Strompreise gegen RWE eingestellt. Die Behörde teilte heute mit, sich mit dem Essener Unternehmen außergerichtlich geeinigt zu haben, im Gegenzug muss RWE nun eine bestimmte Strommenge an Großkunden versteigern.

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Bonn (ddp/sm) - RWE werde verpflichtet, in den kommenden vier Jahren Stromkapazitäten in einem transparentem Verfahren an Industriekunden zu verkaufen. Kartellamtschef Bernhard Heitzer betonte jedoch, dass der Abschluss des Verfahrens keineswegs das Ende der Befassung seiner Behörde mit den hohen Strompreisen und ihren strukturellen Ursachen bedeute.

Hintergrund für das Verfahren gegen RWE ist eine Abmahnung aus dem Jahr 2006. Das Kartellamt hatte RWE künstlich nach oben getriebene Preise im Stromgroßhandel vorgeworfen, weil in den Preisen mehr als 25 Prozent des Werts der Luftverschmutzungszertifikate enthalten waren, die allerdings kostenlos zugeteilt worden sind. Aufgrund von Beschwerden von Unternehmen mit hohem Stromverbrauch hatte das Kartellamt Ende 2005 Verfahren gegen RWE und E.ON eingeleitet.

RWE verpflichtete sich nun, in 16 Auktionen in den kommenden vier Jahren Strom im Umfang von 6300 Megawatt beziehungsweise über 46 Millionen Megawattstunden durch einen unabhängigen Auktionator Industriekunden anbieten zu lassen. Das entspreche etwa der Jahresmenge am Strom, die RWE an die Industrie liefere. Die erste Auktion findet im Frühjahr 2008 statt. Den Wert der Strommenge bezifferte Heitzer auf insgesamt rund 2,6 Milliarden Euro, den Handelswert der darin enthaltenen CO2-Zertifikate auf 490 Millionen Euro.

Das Bundeskartellamt bestätigte zugleich, dass in dem parallelen Verfahren gegen die E.ON Energie AG ebenfalls konstruktive Gespräche geführt werden.