Innovationen

RWE und General Electric forschen an neuer Stromspeicher-Technik

Der zweitgrößte deutsche Energiekonzern RWE forscht zusammen mit dem US-Konzern General Electric an einer neuen Speichertechnik für Strom. Neue Konzepte seien künftig aufgrund der zu erwartenden schwankenden Stromeinspeisung immer stärker gefragt.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp/sm) - Das Essener Unternehmen teilte zum Jahresende mit, beide Konzerne wollten gemeinsam ein Druckluftspeicherkraftwerk entwickeln. Ziel sei es, das begrenzte Angebot an Speicherkapazität für elektrische Energie erheblich auszuweiten. Finanzielle Details nannte RWE nicht.

In Zukunft werde die stark schwankende Stromeinspeisung, allein schon durch den massiv geplanten Ausbau der Windenergie, zunehmen. Daher sei es wichtig, rechtzeitig Konzepte für eine effiziente Speicherung zu entwickeln, erklärte Johannes Lambertz von der RWE.

In einer ersten Phase bis Ende 2008 wollen RWE und General Electric (GE) eine Machbarkeitsstudie erstellen. Der Bau einer ersten Demonstrationsanlage ist ab 2012 geplant. In einem Druckluftspeicherkraftwerk wird in Zeiten hohen Stromangebots Luft komprimiert und zur Speicherung in unterirdische Kavernen gepresst. Diese Druckluft kann bei Bedarf zur Stromerzeugung genutzt werden.

Eine große Herausforderung liege in der Entwicklung geeigneter Komponenten, insbesondere im Bereich der Kompressor- und Wärmespeichertechnik, die für hohe Wirkungsgrade von Druckluftspeicherkraftwerken erforderlich seien, erklärte Claudi Santiago von GE.

Dabei spielt die bei der Verdichtung stark ansteigende Temperatur der Luft auf über 600 Grad Celsius eine entscheidende Rolle. Damit die Wärmeenergie nicht verloren geht, wird sie der komprimierten Luft vor dem Einlagern entzogen und in einen separaten Wärmespeicher geleitet. Bei der Ausspeicherung gibt der Wärmespeicher seine Energie wieder an die Druckluft ab.

Damit können sowohl Druck als auch Temperatur der Luft in einer Turbine zur Stromerzeugung genutzt werden. Dieses Verfahren, bei dem die Verdichtungswärme im Prozess nicht verloren geht, zeichnet sich im Vergleich zu bestehenden Druckluftspeicherkonzepten RWE zufolge durch deutlich höhere Wirkungsgrade aus und kommt zudem ohne den Einsatz fossiler Energieträger aus. Als Standorte für Druckluftspeicherkraftwerke eignen sich vor allem Salzstöcke. Diese gebe es unter anderem im norddeutschen Raum.