Sperrminorität

RWE-Umbau: Kommunale Aktionäre leisten Widerstand

RWE-Chef Harry Roels droht mit seinen Plänen zum Umbau des Energiekonzerns RWE an der Sperrminorität der kommunalen Aktionäre bei RWE Gas zu scheitern. Sie hatten sich schon am Montag gegen die geplante Zerschlagung von RWE Gas ausgesprochen. Nun will RWE ihnen ein "attraktives Angebot" machen und sie damit weich kochen.

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Der Chef des größten deutschen Energiekonzerns RWE, Harry Roels, schläft derzeit vermutlich nicht besonders gut. Das liegt nicht nur an der Hitze, sondern auch an den kommunalen Aktionären, die erbitterten Widerstand gegen den von ihm geplanten Konzernumbau leisten. Bereits am Montag hatte sich die Gesellschafterversammlung der Kommunalen Aktionärsvereinigung von RWE Gas laut Handelsblatt mit 45 zu eins Stimmen gegen die bevorstehende Zerschlagung der Gas-Konzerntochter ausgesprochen.

Roels plant, die Zahl der Führungsgesellschaft auf sieben zu halbieren und will so Kosten über 300 Millionen Euro einsparen. RWE Gas soll zusammen mit RWE Plus und RWE Net zu RWE Energy werden. Allerdings können die an RWE Gas beteiligten Kommunen den Plan mit ihrer Sperrminorität verhindern.

Zeitungsberichten zufolge will RWE den Streit nun mit einem attraktiven Angebot schlichten. So sollen die Kommunen ihren 20-prozentigen Anteil an RWE Gas gegen Anteile an der in Dortmund geplanten Regionalgesellschaft Nord tauschen können und eine Entschädigung für die Dividende bekommen.