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RWE: Strompreiserhöhung und Firmenkäufe

Während RWE Energy-Chef Berthold Bonekamp im Unternehmermagazin "Impulse" mit weiter steigenden Energiepreisen rechnet und als Hauptschuldigen dafür den Staat ausmacht, wollte RWE-Chef Harry Roels in der FTD mögliche Firmenkäufe in Osteuropa zur Abrundung des Portfolios nicht mehr ausschließen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Köln (ddp/sm) - Deutsche Unternehmen müssen sich auf weiter steigende Energiepreise einstellen. Der Vorstandsvorsitzende der RWE Energy AG, Berthold Bonekamp, betonte, die steigenden Kosten für Primärenergieträger trieben die Beschaffungspreise an den Strombörsen in die Höhe. Den Hauptschuldigen an steigenden Energiepreisen sieht der Manager aber im Staat.

So habe sich der Staatsanteil am Strompreis für Industriekunden seit 1998, dem Beginn der Liberalisierung, etwa verzehnfacht, sagte Bonekamp dem Unternehmermagazin "Impulse" laut einem am Dienstag vorab veröffentlichten Bericht. Dagegen sei der Netto-Industriestrompreis ohne staatlichen Anteil in diesem Zeitraum um fast 30 Prozent gesunken. Die Energieversorger müssten zudem die Preise auch deshalb erhöhen, weil sie durch die Einspeisungsverpflichtung von Strom aus erneuerbaren Energien in die Netze "kontinuierlich steigende Kosten" zu tragen hätten.

Insbesondere das seit dem 1. August dieses Jahres novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verursache bei den Stromversorgern durch den neu geregelten Lastenausgleich zwischen windschwachen und windstarken Regionen "erhebliche Zusatzkosten", sagte Bonekamp.

RWE-Chef Harry Roels fasst sodenn mit gut gefüllten Taschen auch wieder Firmenkäufe ins Auge. "Ich schließe kleine oder mittlere Firmenkäufe zur Abrundung des Portfolios nicht aus", sagte er der "Financial Times Deutschland" (Ausgabe von gestern). Besonders interessant seien Gas- und Stromfirmen in Osteuropa und die Steag.