6,6 Prozent teurer

RWE-Stromkunden müssen ab 2008 höhere Preise zahlen

Die Verbraucher in Nordrhein-Westfalen müssen sich ab dem 1. Januar 2008 auf steigende Strompreise einstellen. Wie die Regionalversorger RWE Rhein-Ruhr und RWE Westfalen-Weser-Ems mitteilten, steigt der Verbrauchspreis je Kilowattstunde von 18,69 Cent auf 20,11 Cent.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen/Dortmund (ddp-nrw/sm) - Die Preiserhöhung werde "insbesondere aufgrund der stark gestiegenen Strombeschaffungskosten erforderlich", teilten die Tochterfirmen des Essener RWE-Konzerns mit. Die neuen Preise gelten ab 1. Januar 2008.

Der Rechnungsbetrag eines typischen Haushaltskunden mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden pro Jahr wird sich nach RWE-Angaben ab Januar um rund 4,13 Euro brutto pro Monat erhöhen. Dies entspreche einer Preissteigerung um 6,6 Prozent. Die beiden RWE-Firmen versorgen knapp sieben Millionen Kunden in NRW.

Als weiteren Grund für die Preiserhöhung führte RWE Beschlüsse der Politik an. Die "politisch gewollten Kosten zur Förderung insbesondere der Windkraft und Solarenergie" nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hätten "erneut deutlich zugenommen". Insgesamt machten die "gesetzlich verursachten Anteile inzwischen rund 38 Prozent des Strompreises aus". Das im Jahr 2004 novellierte EEG verpflichtet Energieversorger wie RWE dazu, Elektrizität aus erneuerbaren Energien abzunehmen und über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren zu einem festgelegten Tarif zu vergüten.

Verbraucherschützer raten zum Anbieterwechsel

Verbraucherschützer kritisierten die angekündigten neuen Strompreiserhöhungen beim RWE-Konzern scharf. Die Aufschläge seien "völliger Unsinn", sagte Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher. "Die hohen Gewinne von RWE sind doch der Beweis dafür, dass die Preise schon in der Vergangenheit zu hoch waren", sagte er. Angesichts möglicher Preisaufschläge auch bei anderen Anbietern riet Peters: "Die Verbraucher sollten sich das nicht gefallen lassen.» Er empfahl, entweder den Versorger zu wechseln oder die Rechnungen ab Januar um den Preisaufschlag zu kürzen.