Regulierung nicht nötig

RWE: Strom-Regulierungsbehörde schädlich

Klare Worte vom Vorstandsvorsitzenden der RWE Net AG, Dr. Wolfgang Kässer: Eine Regulierungsbehörde für den Strommarkt ist teuer, ineffizient, unflexibel und bürokratisch. Und überflüssig, weil der verhandelte Netzzugang in Deutschland grundsätzlich funktioniere.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com
"Deutschland hat den Strommarkt erfolgreich liberalisiert, die Strompreise sind auf breiter Front gefallen. Deshalb braucht der Markt keine Regulierungsbehörde." Mit diesen Worten wies Dr. Wolfgang Kässer, Vorstandsvorsitzender der RWE Net AG, heute den Vorwurf, der Stromwettbewerb sei wegen Fehlens einer staatlichen Regulierungsbehörde ins Stocken geraten, zurück.


"Wenn einige Stromanbieter ihre vollmundig angekündigten Markterfolge nicht erreichen, so darf dieser unternehmerische Fehlschlag nicht zum Aufbau einer sündteuren staatlichen Bürokratie auf Kosten des Steuerzahlers führen. Der Weg des so genannten verhandelten Netzzugangs über eine Vereinbarung zwischen Netznutzern und Netzbetreibern ist effizienter, flexibler, billiger und unbürokratisch. Die Politik von Wirtschaftsminister Müller gegenüber EU-Kommission ist uneingeschränkt zu unterstützen", so Dr. Kässer. Wegen einiger "Kinderkrankheiten" des neuen Ordnungssystems dürfe die grundsätzliche Effizienz des deutschen Marktmodells nicht in den Hintergrund geraten, stellte der Manager klar. Missbräuchliche Verhaltensweisen einiger weniger schwarzer Schafe beim Netzzugang könnten und sollten die Kartellämter sehr schnell unterbinden. Hierfür biete der kürzlich vorgelegte Katalog der Kartellbehörde eine gute Grundlage.


Kässer zeigte sich überzeugt, dass sich die deutschen Netznutzungsentgelte auch europaweit sehen lassen könnten. Wenn diese in Skandinavien bezogen auf die verbrauchte Kilowattstunde niedriger liegen, so liege dies an dem sehr hohen Stromverbrauch in Skandinavien, vor allem als Folge der weit verbreiteten Stromheizungen in diesen Ländern, argumentierte er. "Die deutsche Politik ist gut beraten, der Regulierungswut aus Brüssel mit überzeugenden Lösungen zu begegnen. Der verhandelte Netzzugang ist die marktwirtschaftliche Alternative zur bürokratischen Regulierung."