Lohnverhandlungen

RWE steuert auf Streik zu - Tarifverhandlungen gescheitert

RWE steuert auf einen Streik zu. Die Verhandlungskommission der Arbeitnehmer erklärte die Gespräche über eine neue Lohnstruktur für rund 35.000 Mitarbeiter für gescheitert. Die Gewerkschaften ver.di und IG BCE hatten acht Prozent mehr Lohn gefordert, RWE hatte drei Prozent sowie Einmalzahlungen angeboten.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Essen (ddp-nrw/sm) - "Wir bereiten uns intern auf eine Urabstimmung und Aktionen bis hin zum Streik vor", sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaften, Karl-Heinz Römer der Tageszeitung "Die Welt". Bereits Mitte Januar solle die große Tarifkommission über den Arbeitskampf entscheiden. Alle bisherigen Angebote des RWE liegen nach Angaben der Gewerkschaften unterhalb der Inflationsrate. Die Beschäftigten müssten demnach Reallohnkürzungen hinnehmen.

Römer beklagt, dass die Mitarbeiter nicht an den "sprudelnden Gewinnen des Unternehmens beteiligt werden". Der neue RWE-Chef Jürgen Großmann wird in einem Flugblatt persönlich angegriffen: "Ist das faires Verteilen, Herr Dr. Großmann? Nein! Das ist Herrschen nach Gutsherrenart." Weiter heißt es. "Schönen Worten müssten auch entsprechende Taten folgen."

Sollte die Tarifkommission Mitte Januar für den Arbeitskampf stimmen, würde nur wenige Wochen nach Amtsantritt des neuen RWE-Chefs der erste Streik in der Geschichte des Konzerns drohen. Der zurzeit geltende RWE-Haustarif läuft am 1. Januar aus. Das Unternehmen selbst wollte sich vorerst nicht zu dem Streit äußern, schreibt die Zeitung.