In Neurath

RWE stellt Genehmigungsantrag für neues Braunkohlekraftwerk

Der Essener Energiekonzern RWE hat gestern bei der Bezirksregierung Düsseldorf den Genehmigungsantrag für das seit längerem geplante Braunkohlekraftwerk im nordrhein-westfälischen Neurath gestellt. Die endgültige Entscheidung soll jedoch erst getroffen werden, wenn der Emissionshandel abschließend beschlossen wurde.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Der Essener Energiekonzern RWE hat in einem ersten Schritt grünes Licht für die Fortsetzung seines Kraftwerkerneuerungsprogramms im rheinischen Braunkohlerevier gegeben. Am Montag stellte das Unternehmen bei der Bezirksregierung Düsseldorf den Genehmigungsantrag für das seit längerem geplante neue Braunkohlekraftwerk in Neurath. Der zwei Milliarden Euro teure Doppel-Kraftwerksblock soll frühestens 2010 ans Netz gehen und eine Leistung von 1050 Megawatt je Block haben, wie RWE mitteilte.

Im Februar hatte RWE den Genehmigungsantrag wegen noch offener Fragen beim Emissionshandel für den Schadstoffausstoß von Kraftwerken zurückgestellt. Die endgültige Bauentscheidung will das Unternehmen erst nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens und auf Grundlage einer "auch langfristig gesicherten Wettbewerbsfähigkeit" des Projekts treffen, wie es weiter hieß. Außerdem müssten zunächst die Emissionsregelungen in einem Gesetz verabschiedet und von der EU genehmigt werden.

Die Bezirksregierung will nach eigenen Angaben im ersten Quartal 2005 über den Antrag entscheiden. Mit einem Wirkungsgrad von 43 Prozent gegenüber 31 Prozent bei Altanlagen soll das Kraftwerk Neurath rund drei Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr weniger ausstoßen. Das erstes moderne Braunkohlekraftwerk mit gleichem Wirkungsgrad hat RWE in Niederaußem gebaut. Nordrhein-Westfalens Energieminister Axel Horstmann (SPD) erklärte, die neue Anlage sei "ein weiterer wichtiger Schritt" zur Erneuerung des Braunkohle-Kraftwerksparks. Er ergänzte: "Ich erwarte, dass RWE auch den nächsten Schritt gehen wird und die Investitionsentscheidung trifft."