Projektvorstellung

RWE: Steinkohlekraftwerk im Saarland geplant

RWE Power will im saarländischen Ensdorf eines der "modernsten Steinkohlenkraftwerke der Welt" bauen, so Vorstandschef Jan Zilius bei der Vorstellung des Projekts am Donnerstag in Saarbrücken. Der 1.600 Megawatt-Steinkohlendoppelblock soll 2012 in Betrieb gehen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Saarbrücken/Essen (ots) - "Von der Investitionssumme in Höhe von rund zwei Milliarden Euro wird die gesamte Region profitieren - während der Bauphase und dauerhaft beim Betrieb der Anlage", so Zilius weiter.

Von der Gesamt-investitionssumme verblieben nach heutiger Schätzung rund 200 Millionen Euro im Umfeld des Standorts, so Zilius. Die Anlage sichere nach Fertigstellung bei RWE Power und zahlreichen Unternehmen in der Umgebung langfristig deutlich über 350 Arbeitsplätze. Allein für kleinere Instandhaltungsmaßnahmen fallen bei einem Kraftwerk dieser Größe den Angaben zufolge jährlich Aufträge mit einem Volumen von rund zehn Millionen Euro an. Bei der Vergabe sollen mittelständische Firmen am Standort und aus der Region besonders berücksichtigt werden.

Das geplante Kraftwerk ist zentraler Bestandteil der Investitionsoffensive von RWE im Erzeugungsbereich, die ein Gesamtvolumen von weit über zehn Milliarden Euro umfasst. "Wir können derartige Vorhaben nur mit langfristig verlässlichen energiepolitischen Rahmenbedingungen umsetzen", stellte Jan Zilius klar. Um diese Rahmenbedingungen zu schaffen, müsse zum Beispiel bei der aktuell diskutierten Kartellrechtsnovelle nachgebessert werden.

Insbesondere die gestern veröffentlichten Vorbehalte der EU-Kommission zum deutschen Emissionshandel stellten eine massive Bedrohung für Investitionsvorhaben in der Energiewirtschaft dar. Danach würde Deutschland zum Ausfallbürgen für die Länder, die bisher beim Klimaschutz nicht die vereinbarten Fortschritte erzielt haben. "Wir unterstützen die Bundesregierung darin, gegenüber der EU-Kommission Rahmenbedingungen einzufordern, die den notwendigen Investitionen eine verlässliche Grundlage geben", so Zilius. Solange die politischen Entwicklungen hier keine Klarheit schaffen, müsse RWE seine geplanten Neubauvorhaben mit deutlichen Fragezeichen versehen.

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