Widersprüchliche Berichte

RWE-Sprecher: Pläne für Kraftwerksneubau in Ensdorf laufen weiter

Der Stromkonzern RWE hält an seinen Planungen für den möglichen Bau eines neuen Kohlekraftwerks in Ensdorf fest. "An unserer Grundhaltung hat sich nichts geändert. Wir wollen bauen, wenn die Bedingungen stimmen", wies ein Sprecher von RWE-Power in Essen einen anderslautenden Zeitungsbericht zurück.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen/Saarbrücken (ddp-rps/sm) - Laut den Planungen will RWE für das 1600-Megawatt-Kraftwerk an der Saar rund zwei Milliarden Euro investieren. Mit dem Bau könne 2008 begonnen werden, 2011/12 könnte es dann ans Netz gehen. Als Voraussetzung dafür hatte der Investor allerdings Planungssicherheit für eine Laufzeit von über 40 Jahren verlangt. Dies gelte insbesondere für den Handel mit Kohlendioxid-Emissionszertifikaten.

Die in Essen erscheinende "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" hatte gemeldet, dass der Stromkonzern die Pläne für Ensdorf fallen gelassen und sich stattdessen für einen Bau im westfälischen Hamm-Uentrop entschieden habe. Grund dafür sei zum einen, dass der Betrieb im Saarland mit höheren Kosten verbunden sei, weil der Doppelblock mit Importkohle betrieben werden soll. Zum anderen sollen die kommunalen Partner in Nordrhein-Westfalen, darunter die Stadtwerke aus Bochum, Dortmund, Gelsenkirchen und Oberhausen, signalisiert haben, nur in ihrem Bundesland investieren zu wollen. Außerdem dürfte laut dem Bericht auch die RWE-Miteignerschaft einiger Kommunen eine Rolle gespielt haben.

Die Saar-Grünen hatten daraufhin Klarheit über die Vorgänge gefordert: "Die RWE muss ihre Planungen jetzt auf den Tisch legen und sagen, wo und wann sie den Neubau dieser regelrechten CO2-Schleuder plant", teilte Grünen-Chef Hubert Ulrich am Freitag in Saarbrücken mit. "Es kann nicht sein, dass der Energiekonzern potenzielle Standorte bunkert, an denen bereits Fakten geschaffen werden, und damit auch große Sorge in der Bevölkerung auslöst." Angesichts der drohenden Klimakatastrophe müsse man generell Abstand von derartigen Großprojekten auf Steinkohlebasis nehmen.