Gewinneinbruch

RWE schreibt tiefrote Zahlen

RWE erleidet einen größeren Gewinneinbruch als zunächst erwartet. Mit einem Minus von 2,8 Milliarden Euro schließt einer der größten Energieversorger Deutschlands das vergangene Jahr ab. Und die Aussichten bleiben schlecht: 2014 ist mit weiteren Kraftwerkschließungen zu rechnen.

RWE© RWE AG

Essen (dpa/red) - Ein Einbruch in der konventionellen Stromerzeugung hat den zweitgrößten deutschen Energieversorger RWE erstmals seit über 60 Jahren tief in die roten Zahlen gedrückt. Nach der am Dienstag in Essen präsentierten Bilanz stürzte das Nettoergebnis auf minus 2,8 Milliarden Euro ab. Im Vorjahr hatte RWE noch 1,3 Milliarden Euro verdient. Grund für den hohen Verlust waren Abschreibungen in Höhe von 4,8 Milliarden Euro vor allem auf konventionelle Kraftwerke.

Sparkurs wird beibehalten

Das um Abschreibungen bereinigte nachhaltige Nettoergebnis gab leicht von knapp 2,5 auf 2,3 Milliarden Euro nach. RWE will seine Dividende für 2013 auf einen Euro halbieren und fährt unter Konzernchef Peter Terium einen harten Sparkurs. Die Zahl der Vollzeitstellen ging im vergangenen Jahr um knapp 3.900 auf 66.300 zurück.

Sinkende Stromerzeugung

Das Betriebsergebnis in der konventionellen Stromerzeugung sank um 58 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro - auch weil RWE 2013 für CO2-Zertifikate Geld zahlen musste. Die gesamte Stromerzeugung des Konzerns ging um fünf Prozent auf 217 Milliarden Kilowattstunden zurück. RWE hat bereits mehrere Kohlekraftwerke wegen mangelnder Rentabilität vom Netz genommen.

Branche fordert Kapazitätsmarkt

Die Zahl stillgelegter Kraftwerke könne sich 2014 noch deutlich erhöhen, erklärte Terium im Vorwort zum Geschäftsbericht. Der RWE-Chef plädiert wie viele Branchenvertreter für einen Kapazitätsmarkt, also Zahlungen an die Versorger für das Vorhalten von Kohle- und Gasstrom. Das sei keine Subvention, betonte Terium: "Die Feuerwehr wird ja auch nicht nur dann bezahlt, wenn sie einen Brand löscht."

Kapitalerhöhung zur Absicherung

RWE hatte sich bei seinen kommunalen Aktionären die Zustimmung für eine mögliche Kapitalerhöhung geholt. Die Anteilseigner wollen bei der Hauptversammlung am 16. April einen entsprechenden Vorratsbeschluss mittragen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Aktionärskreisen erfuhr. Aktuell stehe ein solcher Schritt zwar nicht auf der Agenda, betonte eine RWE-Sprecherin auf Nachfrage. Das RWE-Management will aber - wie die meisten DAX-Konzerne - die Option auf eine Kapitalerhöhung als Absicherung, zum Beispiel gegen Versuche einer feindlichen Übernahme.

Quelle: DPA