Beteiligungsmodell

RWE schließt erste Kraftwerkskooperationen ab

Der Energie-Gigant hat die erste Ausschreibungsphase des Kooperationsmodells hinter sich und bislang 525 MW Bruttoleistung unter Vertrag genommen. Für die restlichen 375 MW sollen rund 50 RWE-Stromkunden Interesse bekundet oder darüber bereits verhandelt haben.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Essen (red) - Im Frühjahr dieses Jahres war RWE mit einem neuen Stromlieferangebot auf seine energieintensiven Industriekunden zugegangen. Im Kern geht es bei industriepartnerschaft.de um die virtuelle Beteiligung an neuer Kraftwerkskapazität auf Steinkohlebasis in Höhe von rund 900 MW. Das Ende der ersten Ausschreibungsphase nimmt RWE zum Anlass, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen.

Das Modell eröffnet Industriekunden die Möglichkeit, Strom mit einer Kosten- und Preisstruktur zu beziehen, als besäßen sie selbst ein Steinkohlenkraftwerk. Das Unternehmen bietet der Industrie eine Beteiligung an den neuen RWE-Steinkohlekapazitäten in Höhe von bis zu 900 MW für den Zeitraum 2009-2037 an. Der Strombezug orientiert sich an den Erzeugungskosten, die langfristig an Kohle- und CO2-Börsenpreise gekoppelt sind.

Industriekunden haben die Möglichkeit, sich als Partner an einer neu zu gründenden Gesellschaft (NewCo) zu beteiligen. Sie beteiligen sich als Anteilseigner an den RWE-Kraftwerksneubauten und erhalten im Gegenzug für 29 Jahre Strombezugsrechte von mindestens 5 MW. Die operative Führung der Kraftwerke obliegt RWE. Die Stromlieferung wird garantiert, ungeachtet geplanter oder ungeplanter Kraftwerksausfälle.

Rund 525 MW Bruttoleistung wurden bis jetzt unter Vertrag genommen. Für die restlichen rund 375 MW läuft jetzt die zweite Ausschreibungsphase bis Ende Juni. Interesse besteht nach Angaben von RWE über alle energieintensiven Branchen hinweg wie zum Beispiel Stahl, Chemie oder Aluminium.

RWE baut die neuen Kraftwerkskapazitäten ausschließlich in Doppelblocktechnologie. Die geplanten Kraftwerke sollen die wesentlichen Kennzahlen des Referenzkraftwerkes NRW voraussichtlich übertreffen und spezifisch deutlich weniger CO2 emittieren als derzeit in Betrieb befindliche Steinkohlenkraftwerke. RWE verfügt eigenen Angaben zufolge über bereits genehmigte Kraftwerksstandorte inklusive vorhandener Infrastruktur, die eine kostengünstige Transportlogistik gewährleisten soll.