Übertragung

RWE prüft längere Laufzeiten für Biblis A und B

Trotz diverser Pannen in der jüngsten Vergangenheit will RWE die Laufzeiten des Kernkraftwerks Biblis verlängern. Biblis A soll etwa Reststrommengen von Gundremmingen oder Lingen übertragen bekommen, für Biblis B könnte es ein Fünftel der Reststrommenge von Mülheim-Kärlich sein.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Essen/Biblis (ddp/sm) - Der Energiekonzern RWE erwägt, neben Block A des Atomkraftwerks Biblis in Hessen auch den Nachbarblock B länger als geplant am Netz zu lassen. "Wir sind dabei zu prüfen, welche Möglichkeiten es zur Übertragung von Reststrommengen gibt", sagte ein Sprecher der Betreiberfirma RWE Power auf ddp-Anfrage in Essen. In "absehbarer Zeit" werde sich entscheiden, ob RWE einen entsprechenden Antrag stellt.

Für Biblis A komme die Übertragung von Reststrommengen anderer Atomkraftwerke wie beispielsweise Gundremmingen oder Lingen in Betracht, erläuterte Sprecher Andre Bauguitte. Für Biblis B erlaubt nach seinen Worten der zwischen der früheren rot-grünen Bundesregierung und der Energiewirtschaft erzielte Atomkonsens die Übertragung eines Fünftels der Reststrommenge des Atomkraftwerks Mülheim-Kärlich.

Nach der im Jahr 2000 erzielten Atomkonsensvereinbarung soll Biblis A eigentlich Mitte 2008 vom Netz gehen. Für Biblis B soll ein Jahr später Schluss sein. Die Grünen im hessischen Landtag äußerten am Montag heftige Kritik an den RWE-Plänen. Eine Verlängerung der Laufzeit von Biblis A sei angesichts von "700 Störfällen seit Bestehen des Kraftwerks" unverantwortlich, sagte Grünen-Fraktionschef Tarek Al-Wazir. Der SPD-Umweltexperte Gernot Grumbach nannte eine Laufzeitverlängerung für Biblis A "absurd".