Anstieg

RWE profitiert erneut von hohen Strompreisen

Der Essener Energiekonzern RWE hat auch im dritten Quartal weiter von den hohen Strompreisen profitiert. Wie das Unternehmen mitteilte, erhöhte sich das Nettoergebnis in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Der Gewinn fällt aber geringer als erwartet aus.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp/sm) - Der Essener Energiekonzern RWE will nach seinem angekündigten Strategiewechsel auf dem europäischen Markt weiter durch Zukäufe wachsen. "In nächster Zeit sind aber keine Ankündigungen größerer Akquisitionen zu erwarten", sagte Finanzvorstand Klaus Sturany am Mittwoch. Die vorgelegten Zahlen zum zurückliegenden dritten Quartal entsprachen unterdessen in weiten Teilen den Erwartungen von Marktbeobachtern. Allerdings wurde unterm Strich weniger verdient als erwartet.

Das Unternehmen hatte erst jüngst mit der Ankündigung eines Verkaufs seiner Töchter Thames Water in Großbritannien und American Water Works Company in den USA einen Strategiewechsel bekannt gegeben. RWE wolle sich so auf die zusammenwachsenden Strom- und Gasmärkte in Europa konzentrieren. An dem Wassergeschäft in Berlin und Zagreb wolle man allerdings trotzdem weiter festhalten, bekräftigte Sturany am Mittwoch. Im Strom- und Gasgeschäft sollen die Marktpositionen in Osteuropa erweitert sowie das Pipeline- und Gasspeichergeschäft ausgebaut werden.

Von Januar bis September profitierte RWE weiter von den hohen Strompreisen. Das Nettoergebnis erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Damit blieb es allerdings hinter den Analystenschätzungen von knapp 1,8 Milliarden Euro zurück. RWE profitierte dabei vor allem "von der stabilen Ertragskraft des Energiegeschäfts in Kontinentaleuropa" und damit vor allem vom deutschen Strommarkt.

Das Betriebsergebnis stieg um vier Prozent auf 4,7 Milliarden Euro und lag damit im Rahmen der Erwartungen von Marktbeobachtern. Der Umsatz ging allerdings wegen der Trennung vom Umweltgeschäft und der Beteiligung an Heidelberger Druck um zwei Prozent auf 29,4 Milliarden Euro zurück. Bereinigt um diese Sondereffekte wuchsen die Erlöse um elf Prozent zu.

Gleichzeitig bekräftigte der Konzern seine Prognosen für das Gesamtjahr. Danach wird beim betrieblichen Ergebnis - ohne Berücksichtigung von Sonder- und Währungseffekten - ein Plus im einstelligen Prozentbereich erwartet. Für das Nettoergebnis rechnet RWE ebenfalls unverändert mit einem Wachstum im einstelligen Prozentbereich.

Von Ralf Beunink

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