Ab dem Wochenende

RWE Power startet Förderbetrieb in Garzweiler II

Am Wochenende beginnt der Energiekonzern RWE Power mit dem Förderbetrieb im Braunkohleabbaugebiet "Garzweiler II". Auf einer Fläche von 48 Quadratkilometern sollen in den nächsten Jahren 1,3 Milliarden Tonnen Braunkohle gefördert werden. 7600 Menschen müssen umgesiedelt werden.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Essen (red) - "Garzweiler II ist lange Jahre kontrovers diskutiert worden. Heute zeigt sich mehr denn je, dass die Entscheidung für das Vorhaben richtig war", sagte RWE Power Vorstandsmitglied Matthias Hartung am Freitag in Essen mit Blick auf die Weltmarktpreise für Energierohstoffe. Die heimische Braunkohle sei in großer Menge vorhanden und komme ohne Subventionen aus. Nach RWE-Angaben wurden im Jahr 2005 25 Prozent des deutschen Strom aus Braunkohle erzeugt, die damit eine der tragenden Säulen im Energiemix sei.

"Garzweiler II" schließt direkt an das Abbaugebiet "Garzweiler I" an. Hier wurde bisher Braunkohle für etwa 20 Prozent der Stromversorgung Nordrhein-Westfalens und 6 Prozent der deutschen Stromversorgung gefördert. Rund 40 Prozent der rheinischen Braunkohle sollen in den nächsten 40 Jahren aus dem neuen Abbaufeld kommen, in das RWE Power bereits 600 Millionen Euro investiert hat.

Hartung betonte, den Zusammenhang zwischen Braunkohleförderung und Kraftwerkserneuerung. "Wir sind uns unserer Verantwortung für eine nachhaltige Klimavorsorge bewusst. Darum setzen wir den eingeschlagenen Weg der Optimierung unserer Kohlekraftwerke konsequent fort. Am Ende dieser Entwicklung steht das weltweit erste so genannte kohlendioxidfreie Kohlenkraftwerk, das wir 2014 in Betrieb nehmen wollen", so der RWE Power-Vorstand.

Innerhalb des Abbaugebiets "Garzweiler II" müssen rund 7600 Menschen umgesiedelt werden. Die erste Umsiedlungsphase der Orte Otzenrath, Spenrath und Holz wird zurzeit abgeschlossen. Der zweite Umsiedlungsabschnitt mit den Orten Immerath, Lützerath, Pesch und Borschemich befindet sich nach RWE-Angaben in der Realisierungsphase.

Es gab in der Vergangenheit juristische Auseinandersetzungen zwischen RWE Power, Anwohnern, Bürgerinitiativen und Umweltschutzorgansiationen. Zuletzt wies das Verwaltungsgericht Düsseldorf Anfang des Monats die Klage des BUND wegen Enteignung einer betroffenen Obstwiese zurück.

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