Protest von Umweltschützern

RWE plant Erdölbohrungen im Wattenmeer

Trotz eines Weltnaturerbeantrags der Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein will der Energiedienstleister RWE DEA AG im Nationalpark Wattenmeer nach Erdöl bohren. Umweltschützer protestierten gegen die Pläne und kündigten rechtliche Schritte gegen das Vorhaben an.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp-nrd/sm) - Wie das ARD-Politikmagazin "Report Mainz" berichtet, hatte RWE DEA seinen Antrag auf Erkundungsbohrungen im Wattenmeer zunächst zurückgezogen, ihn aber Ende der vergangenen Woche erneuert. Laut ARD bestätigte RWE DEA, im Nationalpark Schleswig-Holstein fünf und in Niedersachsen eine Explorationsbohrung zu planen. Dafür solle eine Bohranlage gebaut werden, die rund 18 Monate im Einsatz sein würde.

Die Umweltschutzorganisation WWF kritisierte das Vorhaben und kündigte rechtliche Schritte an. Ölbohrungen im Nationalpark seien nicht nur unmoralisch, sondern verstießen auch gegen deutsches und europäisches Naturschutzrecht, sagte ein WWF-Sprecher.

RWE, das Bundesumweltministerium und das schleswig-holsteinische Umweltministerium halten Probebohrungen nach Angaben von "Report Mainz" für genehmigungsfähig, sofern das Erdöl später durch sogenannte Schrägbohrungen von außerhalb des Nationalparks gewonnen werden kann. Derweil protestierten am Montag Greenpeace-Aktivisten mit dem Schiff "Beluga II" im niedersächsischen Teil des Wattenmeers gegen die Bohrpläne. Die Umweltorganisation wollte nach Angaben einer Sprecherin eine Boje mit der Aufschrift "Keine Ölförderung im Wattenmeer" auf der Sandbank Hoher Knechtsand anbringen. Der Konzern RWE DEA vermutet Greenpeace zufolge in der Nähe dieser Sandbank ein Vorkommen mit etwa 15 Millionen Tonnen Rohöl.

Der Antrag, das Wattenmeer als Weltnaturerbe einzustufen, hatte unlängst für Wirbel gesorgt. In der vergangenen Woche hatte sich der Hamburger Senat aus wirtschaftlichen Gründen gegen eine solche Nominierung ausgesprochen. Unterstützt wird der Antrag dagegen von den Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie von den Niederlanden und Dänemark.