"Auf fossile Energieträger konzentrieren"

RWE plant Bau eines emissionsfreien Kohlekraftwerks

Der Vorstandsvorsitzende des Essener Energiekonzerns RWE, Harry Roels, stellte gestern die Investitionspläne seines Unternehmens zum Bau eines emissionsfreien Großkraftwerks vor. Dabei forderte er für das 1-Milliarde-Euro-Projekt die Unterstützung von Politik und Behörden.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel/ Essen (red) - Roels sprach bei der Hauptversammlung der European Technology Platform for Zero Emission Fossil Fuel Power Plant (ZEP) der Europäischen Kommission. Wie das Energieunternehmen mitteilt, waren bei dem Treffen Umwelt-Kommissar Stavros Dimas, hochrangige Vertreter des Europäischen Parlaments und des Ministerrats sowie Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Nichtregierungsorganisationen. Ziel der ZEP sei, in den nächsten 20 Jahren eine umweltfreundliche Methode zur Verstromung fossiler Energieträger aufzuzeigen.

Der Vorstandschef erläuterte die Pläne von RWE für den Bau des weltweit ersten Großkraftwerks mit integrierter Kohlevergasung sowie Kohlendioxid (CO2)-Abtrennung und Speicherung. Das Kohlekraftwerk mit einer voraussichtlichen Bruttoleistung von rund 450 Megawatt soll 2014 ans Netz gehen, unter der Voraussetzung, dass Planung und Umsetzung problemlos verlaufen. Die Entscheidung, ob Stein- oder Braunkohle als Hauptenergieträger im CO2-freien Kraftwerk zum Einsatz kommen wird, fällt 2007.

Roels: "Wenn wir den Klimaschutz ernst nehmen, müssen wir uns auf den Einsatz fossiler Energieträger konzentrieren. Hier liegt das größte Potenzial zur Verringerung von CO2-Emmissionen. Bei RWE machen wir dies daher zum Schwerpunkt unserer Klimaschutzbemühungen". Die effiziente Nutzung von Stein- und Braunkohle sei der Schlüssel zu einer sicheren, umweltfreundlichen und wettbewerbsfähigen Energieversorgung.

"Dieses Ziel erreichen wir nur, wenn Politiker und Regulierungsbehörden uns die notwendige Unterstützung geben", sagte Roels, der dazu aufrief, die bestehenden Rechtsverordnungen für die Bereiche Wasser und Abfall auf ihre Eignung für ein derart anspruchsvolles Projekt zu prüfen.

Das Projekt steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Aufsichtsrats der RWE AG.

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