Strategiewechsel

RWE plant angeblich keine neuen Kohlekraftwerke mehr

Der Stromkonzern RWE plant nach eigenen Angaben keine neuen Kohlekraftwerke mehr. Unter den jetzigen Rahmenbedingungen sei es "in der EU nicht wirtschaftlich, neue Kohlekraftwerke in Angriff zu nehmen", sagte RWE-Strategievorstand Leonhard Birnbaum in einem Interview.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Birnbaum habe dies der "Berliner Zeitung" (Dienstagsausgabe) gesagt. Derzeit baue das Unternehmen noch zwei dieser Anlagen in Deutschland fertig, diese seien allerdings "schon vor langer Zeit geplant worden".

RWE gilt wegen seines hohen Kohleanteils bei der Stromproduktion dem Bericht zufolge als europaweit größter Produzent des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid (CO2). Kohle- und Gaskraftwerke unterliegen dem EU-Emissionszertifikatehandel; ab 2013 müssen die Stromanbieter einen größeren Anteil der Emissionslizenzen bezahlen, was besonders bei den CO2-intensiven Kohleanlagen hohe Kosten verursacht.

Die von der Bundesregierung geplante Brennelemente-Steuer, welche die Produktion von Atomstrom verteuert, lehnt der RWE-Manager ab. Diese Abgabe habe "mit einem Energiekonzept nichts zu tun", sondern sei nur der Geldnot des Bundes geschuldet, sagte Birnbaum. Falls die Steuer komme und dem Stromanbieter "jetzt kurzfristig Finanzmittel abschöpft", werde RWE seine geplanten Investitionen in erneuerbare Energien und den Ausbau der Stromnetze auf den Prüfstand stellen.