Halbjahreszahlen

RWE passt Gewinnerwartung an

Der Energiekonzern RWE wird in diesem Jahr möglicherweise weniger Geld verdienen als bislang erwartet. Beim Nettoergebnis werde mit einem Wert am unteren Rand des bisherigen Prognosekorridors von einem Plus von zehn bis 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr gerechnet, teilte der Konzern heute in Essen mit.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp-nrw/sm) - Als Begründung verwies RWE darauf, dass die Erwartungen für das operative Ergebnis bei der Tochter RWE Energy und im Wasserbereich "angepasst" werden mussten. Im vergangenen Jahr belief sich das Nettoergebnis auf 2,2 Milliarden Euro.

Bereits im ersten Halbjahr fiel das Nettoergebnis mit einem Plus von 16 Prozent auf 1,66 Milliarden Euro geringer aus als von Analysten erwartet. Sie hatten im Mittel mit 1,73 Milliarden Euro gerechnet. Der neue Ausblick für das Nettoergebnis steht nach Angaben von RWE zudem unter dem Vorbehalt, dass nicht noch "zusätzliche Gegenmaßnahmen" auf Grund der verlangten Kürzungen bei den Stromnetzentgelten durch die Bundesnetzagentur nötig werden. Erste Rückstellungen hierfür seien bereits in der Prognose für das Gesamtjahr enthalten.

Das Betriebsergebnis lag mit einem Plus von 19 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro von Januar bis Juni hingegen leicht über den Erwartungen der Experten, die hier im Durchschnitt von 4,0 Milliarden Euro ausgegangen waren. Beim betrieblichen Ergebnis bekräftigte RWE seine Jahresprognose von einer Zunahme um fünf bis 10 Prozent. Der Umsatz habe sich im ersten Halbjahr um 17 Prozent auf 24,3 Milliarden Euro erhöht. Hier lagen die Analysten mit ihren Schätzungen von durchschnittlich 24,7 Milliarden Euro leicht darüber.

Bei der Trennung von ihrem Wassergeschäft sieht sich der Konzern weiter im Zeitplan. RWE wolle die Veräußerung sowohl der US-Wassersparte American Water als auch der britischen Thames Water im kommenden Jahr abschließen, bekräftigte der Vorstandsvorsitzende Harry Roels. Bei Thames Water halte sich RWE weiter sowohl den Verkauf als auch einen Börsengang offen. Hierzu führe der Konzern "diverse Gespräche", bestätigte er. Für den geplanten Börsengang von American Water benötigt RWE unter anderem noch die Zustimmung der dortigen Regulierungsbehörden.