RWE-Maßnahmenpaket als Antwort auf Strompreisverfall

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Der Konzernaußenumsatz des Energieriesen RWE erhöhte sich im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 1999/2000 um 21,8 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro. Der Anstieg war im Wesentlichen auf Erstkonsolidierungen sowie auf höhere Rohölpreise zurückzuführen. Gegenläufig wirkten insbesondere die erheblichen preisbedingten Umsatzrückgänge im Energiebereich infolge eines verstärkten Wettbewerbs im Stromgeschäft.


Im ersten Halbjahr 1999/2000 stieg das betriebliche Ergebnis im Vorjahresvergleich um 4,3 Prozent auf 1 369 Millionen Euro. Damit wirkten sich der Wegfall der Vorjahresverluste in der Telekommunikation und die Vollkonsolidierung von CONSOL aus. Ergebniseinbußen ergaben sich vor allem aus den Umsatzrückgängen im Stromgeschäft. Das Nettoergebnis ging durch ein rückläufiges Finanzergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 10,8 Prozent auf 428 Millionen Euro zurück. Für das gesamte Geschäftsjahr 1999/2000 geht RWE, im Gegensatz zu den ursprünglichen Erwartungen, von einem Rückgang des betrieblichen Ergebnisses für den Konzern aus. Das betriebliche Ergebnis kann bis zu 15 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen. Ursächlich hierfür ist vor allem der unerwartet rapide Preisverfall im deutschen Strommarkt. Die erheblichen preisbedingten Umsatzrückgänge werden noch nicht zeitgleich durch Kosteneinsparungen kompensiert werden können.


Der Vorstand hat deswegen ein einschneidendes Maßnahmenpaket beschlossen. In diesem Zusammenhang werden für Personalabbau und sonstige Restrukturierungen im laufenden Geschäftsjahr erhebliche Rückstellungen gebildet. Auf Grund des hohen Gewinns aus dem E-Plus-Verkauf wird das Nettoergebnis trotzdem über dem Vorjahreswert liegen. Der Aufsichtsrat hat folgende Maßnahmen zustimmend zur Kenntnis genommen oder ist vom Vorstand entsprechend informiert worden: Die Braunkohlenkraftwerke der RWE Energie AG werden bereits zum 01.04.2000 mit den Braunkohlentagebauen der Rheinbraun AG zusammengeführt. In den Unternehmensbereichen Energie sowie Bergbau und Rohstoffe wird der mittelfristig vorgesehene und bereits angekündigte Personalabbau vorgezogen. Die Kosten für Fremdstrombezüge und Instandhaltungen werden gesenkt. In den Bereichen Mineralöl und Chemie, Umweltdienstleistungen und bei der TESSAG werden umfassende Effizienzsteigerungsprogramme durchgeführt. Durch den Verkauf von Nicht-Kerngeschäftsgebieten mit einem Umsatzvolumen in Höhe von mindestens 3 Milliarden Euro sowie durch die aktive Vermarktung von nicht-betriebsnotwendigen Immobilien im Umfang von etwa 750 Millionen Euro wird der Finanzspielraum für Akquisitionen im Kernbereich weiter erhöht.