RWE kündigt Werbevertrag mit Christoph Daum

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com
Es sieht nicht gut aus für den ehemaligen Trainer des Fußballvereins Bayer 04 Leverkusen Christoph Daum: Nach den Ereignissen des Wochenendes soll er sich Presseberichten zufolge mit einem One-Way-Ticket nach Miami in Florida abgesetzt haben. Zuvor wurde bekannt, dass eine Haarprobe den Drogenkonsum des designierten Bundestrainers nachgewiesen hatte. Daraufhin wurde er von seinem Arbeitgeber in Leverkusen fristlos entlassen und kommt nun auch nicht mehr für das Amt des Bundestrainers in Frage.


Die Affäre hat auch für den größten deutschen Stromversorger bittere Konsequenzen: Im August gab der aus RWE und VEW fusionierte neue RWE Konzern stolz bekannt, dass Christoph Daum als Werbeträger und Hauptakteur der neuen RWE-Imagekampagne gewonnen werden konnte. Die Begründung von damals: Christoph Daum hätte mit neuem Denken, innovativen Trainingsmethoden und offensiver Einstellung über den Sport hinaus bei einer breiten Öffentlichkeit Anerkennung gefunden. Der damaligen Euphorie über die Verpflichtung des "unkonventionellen" Trainers ist jetzt Resignation gewichen. "Der Vertrag mit Christoph Daum wurde fristlos gekündigt, die Imagekampagne gestoppt", sagte Dagmar Dollischall von der RWE-Pressestelle dem strom magazin auf Anfrage. Man hatte die Zusammenarbeit schon seit Beginn der sogenannten "Affäre Daum" auf Wunsch des Fußballtrainers ruhen lassen. Allerdings sei erst mit den Ereignissen vom Wochenende die Entscheidung über eine endgültige Trennung der Vertragspartner gefallen, bestätigte Dollischall. Für den Sponsoren-Vertrag mit dem Fußballclub Bayer 04 Leverkusen hätte dies zunächst keine Konsequenzen, sagte die RWE-Mitarbeiterin gegenüber dem strom magazin.


Auf die Frage nach möglichen rechtlichen Konsequenzen für Christoph Daum antwortete Dagmar Dollischall: "Wir haben mit Herrn Daum Stillschweigen über die Vertragsbedingungen vereinbart. Ob die frühzeitige Auflösung des bis 2006 geschlossenen Vertrags für ihn Konsequenzen haben wird, müssen die Anwälte prüfen." Und auch die Frage nach den Reaktionen im Unternehmen auf den eher unschönen Ausgang der noch vor einigen Wochen euphorisch gestarteten Imagekampagne beantwortete sie eher nüchtern: "Es ist immer eine Chance und ein Risiko, wenn man Personen als Werbeträger engagiert."


Diesmal war es wohl ein Schuss in den Ofen.