Unfallursache weiter unklar

RWE-Kraftwerksbaustelle: Verunglückte noch nicht geborgen

Nach dem schweren Unfall auf der Großbaustelle des neuen RWE-Kraftwerks in Grevenbroich-Neurath haben die Behörden die Bergungsarbeiten fortgesetzt. "Die drei Toten konnten bislang aus Sicherheitsgründen noch nicht geborgen werden", sagte ein Polizeisprecher auf einer Pressekonferenz in Grevenbroich.

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Grevenbroich (ddp-nrw/sm) - Einer der Toten hänge noch in 140 Metern Höhe in einer Sicherungshalterung. Ein weiteres Opfer liege auf 70 Meter Höhe auf einer Arbeitsplattform. Der dritte Tote sei noch unter abgestürzten Gerüsten verschüttet. Die Ursache für das Unglück ist nach wie vor unklar.

Fünf weitere Arbeiter wurden den Angaben zufolge schwer verletzt. Ein Rettungssanitäter erlitt einen Herzinfarkt. Die Verletzten im Alter zwischen 20 und 30 Jahren schweben aber laut Polizei nicht in Lebensgefahr.

Bei den Todesopfern und Verletzten handelt es sich um zwei Montagearbeiter aus der Slowakei im Alter von 32 und 35 Jahren sowie einen 25-jährigen Staatsbürger der Tschechischen Republik. Für die Angehörigen der Opfer sei eine Telefon-Hotline eingerichtet worden, sagte der Polizeisprecher.

Ursprünglich hatten die Behörden mitgeteilt, dass bei dem Unfall am Donnerstag fünf Montagearbeiter getötet worden seien. Diese Angaben seien zustande gekommen, weil die Zahl der Arbeiter auf der Baustelle falsch wiedergegeben worden sei. Statt zwölf hätten sich nur neun Personen an der Unfallstelle aufgehalten.

Die Bauarbeiten ruhten bis auf weiteres, da zunächst die Statik des Kraftwerkskessels überprüft werden musste. Zudem sperrte die Staatsanwaltschaft den Tatort ab. Auf der Baustelle für das Braunkohlekraftwerk war am Donnerstagnachmittag ein Hilfsgerüst zur Errichtung eines Großkessels eingestürzt und hatte mehrere Arbeiter 100 Meter in die Tiefe gerissen.