Nachterstedt-Unglück

RWE: Keine Erdrutsch-Gefahr für andere Tagebau-Seen

Am 18.7. ist in Nachterstedt in Sachsen-Anhalt eine rund 100 Meter hohe Böschung des Concordiasees, eines in Flutung befindlichen Tagebaurestlochs, auf rund 350 Metern Breite abgerutscht und hat drei Menschen verschüttet. Laut RWE ist das Unglück jedoch nicht auf rheinisches Revier übertragbar.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) – Laut Markus Kosma, Leiter Tagebauplanung und Umweltschutz der RWE Power AG, besteht keine Gefahr für die Restseen im rheinischen Braunkohlenrevier. Denn die Wohnsiedlung in Nachtstedt sei auf einem ehemaligen, verkippten Tagebaugelände errichtet und grenze unmittelbar an den See. Außerdem gäbe es im Umfeld des Sees offenbar Stollen aus alter Zeit, die nicht in den Karten stehen. Dagegen lägen die Ortschaften im Umfeld der rheinischen Tagebaue auf natürlich gewachsenem, also ursprünglichem Gelände.

Sicherheitsmaßnahmen sind Vorkippen und Abflachen der Böschungen

Gerfahren könnten für die anderen rheinischen Seen ausgeschlossen werden, da die Böschungen der Tagebaue ständig mit Hilfsmitteln wie GPS überwacht werden. Wenn Gegenmaßnahmen erforderlich seien, werden Stabilisierung der Böschungen durch Vorkippen oder Abflachungen eingeleitet. Des Weiteren gäbe es eine Sicherheitszone, außerhalb dieser sei nichts zu befürchten, so der Leiter der Tagebauplanung und Umweltschutz.

Bepflanzung der Böschungen hält sogar Erdbeben und starkem Regen stand

Selbst bei Erdbeben oder starkem Regen entstehe keine Gefahr, da die Böschungen bepflanzt werden. Ferner werde während der Befüllung von Restseen die Grundwasserabsenkung ringsum aufrechterhalten, erklärt RWE weiter. Das stelle sicher, dass der Seewasserspiegel stets höher stehe als der Grundwasserspiegel im Gelände ringsum, damit strömt das Wasser in die Böschung hinein und nicht aus ihr heraus. Somit werde die Böschung stabilisiert.