Aus eigener Kraft

RWE: Kein Interesse mehr an VNG

Kernenergie-Ausstieg und Ersatzbedarf für veraltete Anlagen will der Essener Energiekonzern RWE aus eigener Kraft kompensieren. Bis Mitte nächsten Jahres sollen die 12 Vertriebsregionen, die durch die neue Konzernstruktur entstanden sind, Strategien für ein Wachstum im einstelligen Prozentbereich vorlegen, sagte RWE-Chef Harry Roels in dieser Woche.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Der größte deutsche Stromversorger setzt dabei weiterhin auf einen Mix aus den fossilen Energieträgern Kohle und Gas und will künftig überall alle Versorgungsarten aus einer Hand anbieten. Größere Zukäufe zur Verstärkung sind laut Roels nicht geplant, ein gewisses Interesse an kleineren Übernahmen wollte er jedoch nicht abstreiten. Dazu gehören laut Handelsblatt die deutschen Aktivitäten der RAG-Tochter Steag. Am Bieterverfahren für die Leipziger Verbundnetz Gas AG (VNG) will sich RWE indes nicht beteiligen.

Roels äußerte zudem die Absicht, sich vollständig vom amerikanischen Steinkohleunternehmen Consol zu trennen und sah auch verbesserte Chancen für den Verkauf der Bautochter Hochtief. Zudem hätten Verkaufsgespräche für den 30-prozentigen Anteil an den Stadtwerken Düsseldorf begonnen. Den Minderheitsanteil muss RWE auf Anordnung des Bundeskartellamts im Zuge der Übernahme von Anteilen an den Wuppertaler Stadtwerken, den Stadtwerken Velbert, Stadtwerken Remscheid und der Energieversorgung Oberhausen verkaufen.

Zuversichtlich zeigte sich Roels auch in Bezug auf die Integration von RWE Gas in RWE Energy. Sie soll - nach der vollbrachten Einigung mit den kommunalen Aktionären vor einigen Tagen - bis Anfang kommenden Jahres vollzogen sein.

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