Hohe Kosten durch Stillstand

RWE hofft auf Wiederinbetriebnahme von AKW Biblis noch 2007

In dem seit über einem Jahr wegen technischer Mängel abgeschalteten Atomkraftwerk Biblis gehen die Vorbereitungen für die Wiederinbetriebnahme in die letzte Phase. Die Betreiberfirma RWE hofft, das über 30 Jahre alte Kraftwerk bis Ende dieses Jahres wieder ans Netz nehmen zu können.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Biblis/Essen (ddp-hes/sm) - Sicher ist dies jedoch nicht. Einen genauen Termin für das Hochfahren des Reaktors gibt es nach wie vor nicht, wie ein Sprecher des Energiekonzerns auf ddp-Anfrage einräumen musste. Ursprünglich hatte der Essener Konzern gehofft, mit Biblis bereits im Sommer wieder Strom produzieren zu können. Im vergangenen August hieß es dann von RWE, die Inbetriebnahme werde wohl erst im vierten Quartal erfolgen.

Der Ausfall des südhessischen Atomkraftwerks hat das Unternehmen bereits viel Geld gekostet. Allein im vierten Quartal 2006 hatte der Ausfall von Biblis das RWE-Ergebnis mit rund 280 Millionen Euro belastet. In diesem Jahr beläuft sich der finanzielle Schaden auf 600 Millionen Euro, wie das Unternehmen bei der Vorlage seiner Neun-Monatszahlen bekanntgab. Insgesamt belaufen sich die Kosten des Ausfalls für den Essener Energiekonzern inzwischen auf fast 900 Millionen Euro,

Die beiden Biblis-Blöcke A und B stehen still, seit im Herbst 2006 entdeckt wurde, dass 15.000 Spezialdübel in dem Kernkraftwerk falsch montiert waren. In den vergangenen Monaten wurden die Dübel ausgetauscht. In Block A steht die Sanierung der Dübel mittlerweile kurz vor dem Abschluss. Im Block B sei der Austausch bereits beendet, heißt es bei RWE. Der Energiekonzern geht davon aus, dass Block B zuerst wieder ans Netz gehen kann. Bevor dies geschieht, muss das hessische Umweltministerium als Atomaufsichtsbehörde jedoch noch seine Zustimmung geben.