Jahr der Konsolidierung

RWE-Hauptversammlung: Organisches Wachstum bleibt im Fokus

In Essen trafen sich gestern die Aktionäre des größten deutschen Energiekonzerns zur Hauptversammlung und strichen gleichzeitig eine um 14 Prozent erhöhte Dividende ein. Vorstandschef Roels bilanzierte in seiner Rede insbesondere die energiepolitischen Entwicklungen.

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Essen (red) - Der Energiekonzern RWE erstattete gestern auf der Hauptversammlung in Essen seinen Aktionären Bericht über das vergangene Geschäftsjahr, dass Vorstandschef Harry Roels als "Jahr der Konsolidierung" bezeichnete. Nach drei Jahren der Neuausrichtung mit Restrukturierung und Akquisitionen sei in 2003 der Schwerpunkt auf Integration, operative Performance und finanzielle Stabilität gelegt worden.

Das dadurch entstandene "stabile Portfolio" ermögliche ein kontinuierliches organisches Wachstum, der Mix aus Produkten und Regionen sei ausgewogen, sagte Roels. Mit den drei großen Kerngeschäften Strom, Gas und Wasser in den vier Kernregionen Deutschland, Großbritannien, Zentralosteuropa und Nordamerika fühlt sich das Unternehmen breit genug aufgestellt, knapp die Hälfte des Ergebnisses im Kerngeschäft stamme aus Aktivitäten außerhalb Deutschlands. Dabei sei die Einbindung der Großakquisitionen in den Konzernverbund weitgehend abgeschlossen.

Auch mit der operativen Performance zeigte sich Roels zufrieden: Das betriebliche Ergebnis des Konzerns verbesserte sich um 23 Prozent, im Kerngeschäft um 27 Prozent. Die Nettoverschuldung wurde zum Jahresende mit 17,8 Milliarden Euro bereits unter den Zielwert für 2005 von 20 Milliarden Euro gesenkt. Deshalb soll auch in diesem Jahr das organische Wachstum im Mittelpunkt stehen. Er wolle im laufenden Geschäftsjahr ein zweistelliges Plus beim Überschuss an (2003: 953 Millionen Euro) erreichen und sich von weiteren Nicht-Kerngeschäften trennen, führte Roels aus.

Aufsichtsrat und Vorstand haben der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2003 eine Dividende von 1,25 Euro je Aktie vorschlagen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg um 14 Prozent.

In seiner Rede ging der Chef des größten deutschen Energiekonzerns insbesondere auf die energiepolitischen Rahmenbedingungen ein. Den Kompromiss bei der Ausgestaltung des Emissionshandels bezeichnete er als eine "in weiten Teilen sachgerechte Lösung", die einen Rahmen für Investitionen biete. Konkrete Investitionsentscheidungen könnten jetzt allerdings noch nicht getroffen werden.

Vom neuen Erneuerbare-Energien-Gesetz zeigte sich Roels allerdings enttäuscht: Hier sei die Chance vertan worden, Interessen von Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen.