Investition

RWE gründet Klimaschutz-Joint Venture

RWE Power und die österreichische Carbon Projektentwicklung GmbH haben ein Joint Venture gegründet. Ziel der Kooperation mit dem Namen Carbon Climate Protection GmbH ist, Klimaschutzprojekte im Rahmen des Clean Development Mechanism (CDM) und Joint Implementation (JI) zu entwickeln und umzusetzen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) - Wie der Essener Energiekonzern mitteilt, ist die Carbon Projektentwicklung weltweit führend bei der Entwicklung von CDM-Projekten zur Vermeidung von Lachgas (N2O). Das Joint Venture ermöglicht RWE Power Zugang zu diesem wichtigen CDM/JI-Segment und ergänzt die Aktivitäten des Unternehmens in anderen CDM/JI-Bereichen. So hat sich die Carbon Projektentwicklung zum Beispiel mit einem Projekt in Ägypten etabliert. In einer der weltweit größten Düngemittelfabriken in Abu Qir wird künftig zur Vermeidung von Klimagasen eine innovative Katalysatortechnologie eingesetzt. RWE Power wird bis 2012 rund 2,6 Millionen CO2-Zertifikate aus diesem Projekt erwerben.

Mit der neuen Katalysatortechnologie wird die Salpetersäureanlage der Düngemittelfabrik zu einer der saubersten der Welt, so RWE. Bislang gelangte Lachgas (N2O) aus der Anlage ungehindert in die Atmosphäre. Mit der neuen Technik wird dieses klimaschädliche Gas fast vollständig in ungefährliche Bestandteile zerlegt. So werde jährlich die Emission von rund 4.100 Tonnen Lachgas vermieden, das entspricht rund 1,2 Millionen Tonnen Kohlendioxid.

"Dieses Projekt zeigt, dass wir in weniger entwickelten Ländern mit gleichem oder geringerem Aufwand deutlich mehr für den Klimaschutz tun können als bei uns in Deutschland, wo bereits hohe umwelttechnische Standards eingeführt sind", betont Michael Fübi, Leiter Klimaschutz bei RWE Power. Deshalb sei es sinnvoll, weitere Projekte dieser Art weltweit zu entwickeln. Die Beteiligung von RWE Power an CDM/JI-Projekten umfasst neben der Finanzierung die Bereitstellung von technischem Know-how sowie Unterstützung im Genehmigungsprozess. Für Investitionen im Bereich CDM/JI hat RWE Power in einem ersten Schritt 150 Millionen Euro bereitgestellt.

Erläuterungen:

  • Clean Development Mechanism (CDM):Im Rahmen des Kyoto-Protokolls ist vereinbart worden, dass sich ein Anlagenbetreiber auch solche Emissionsminderungen anrechnen lassen kann, die er durch Investitionen in fremde, ausländische Anlagen in einem Entwicklungsland erreicht.
  • Joint Implementation (JI): Liegt die betroffene Anlage in einem ausländischen Staat mit eigener Reduktionsverpflichtung, spricht man von Joint Implementation.
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