Zusammenschluss

RWE gegen Standort Paris für europäische Strombörse

RWE stemmt sich gegen die Gründung einer europäischen Strombörse in Frankreich. Während E.ON den Zusammenschluss der deutschen und französischen Strombörse mit den Standort Paris befürwortet, sieht RWE hingegen Deutschland als künftige Drehscheibe für den europäischen Stromhandel.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - "Warum sollten wir das ausgerechnet in Frankreich platzieren, wo bei der Liberalisierung bislang noch keine großen Erfolge erzielt worden sind? Das wäre eine Belohnung am falschen Platz", sagte der Chef der RWE-Handelssparte, Peter Terium, der "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe).

Mit dem Bekenntnis gegen den Standort Paris widerspricht Terium dem großen Konkurrenten E.ON. Dessen Chef Wulf Bernotat hatte für einen Zusammenschluss der deutschen und französischen Strombörse plädiert und sich für Paris ausgesprochen. Terium entgegnete, Deutschland sei die künftige Strom- und Gasdrehscheibe für ganz Europa: "Rund 50 Prozent der Gesamtstrommenge, die derzeit in Europa gehandelt wird, entfällt auf den deutschen Stromhandel."

Ausgelöst wurde die Diskussion durch Meldungen, wonach die Leipziger Strombörse EEX mit der Pariser Börse Powernext über eine Fusion verhandeln würde. Beim Ausbau dieses grenzüberschreitenden Großhandels sieht sich RWE als treibende Kraft. "Wir maßen uns durchaus an, den Markt für Stromhandel auch in anderen Ländern entwickeln zu können", sagte Terium. "Dass wir das können, haben wir mit der Entwicklung des deutschen Großhandels gezeigt."