Innovation

RWE führt zur Jahresmitte "intelligente Stromzähler" ein

RWE stattet ab Mitte dieses Jahres 100.000 Haushalte in Mülheim an der Ruhr mit so genannten intelligenten Stromzählern aus. Sie sollen den Kunden zukünftig umfangreichere und aktuellere Daten über ihren Energieverbrauch liefern.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) - Für dieses Pilotprojekt wendet RWE in den kommenden drei Jahren nach eigenen Angaben etwa 20 Millionen Euro auf. RWE wolle die Kostentransparenz für den Kunden erhöhen. Der Kunde solle ein Instrument an die Hand bekommen, mit dem er seinen Energieverbrauch kontrollieren und gezielt Energie und somit Geld sparen kann.

Die modernen Zähler können mehr als konventionelle Geräte: So speichern sie mehr Verbrauchs- und Lastdaten und besitzen Kommunikationsschnittstellen, über die die Daten den Messstellenbetreibern und Kunden zugänglich gemacht werden, die sie fernauslesbar machen. Im Haushalt könnte dies zukünftig zum Beispiel über Displays in der Wohnung, aber auch per Datenübertragung auf den PC, das Handy oder den Fernseher erfolgen.

Mit der Erprobung der intelligenten Zähler – auch "Smart Meter" genannt – verfolgt RWE Energy eigenen Angaben zufolge zwei vorrangige Ziele: durch erhöhte Kostentransparenz das Vertrauen des Kunden in den Energiemarkt zu stärken und zudem die Energieeffizienz voranzubringen. Aus Sicht des Konzerns macht eine Änderung des eigenen Verbrauchsverhaltens nur dann Spaß, wenn der Kunde den Erfolg seiner Energiespar-Maßnahmen wie das Ausschalten sämtlicher Stand-by-Funktionen oder den Einsatz neuer energiesparender Haushaltsgeräte unmittelbar überprüfen kann.

Das Ziel von RWE sei die Entwicklung eines intelligenten Zählers mit einem offenen Standard, der mit allen gängigen Abrechnungsprogrammen arbeiten und auch Gas- und Wasserzähler integrieren kann. Auf Basis dieser Technik eröffneten sich zudem Möglichkeiten für neue Tarifmodelle, die energiesparendes Verhalten honorieren und unterstützen. Denkbar seien zum Beispiel tageszeitabhängige Tarife oder Wochenend-Tarife.

Die Stadt Mülheim bietet aus Sicht des Energieversorgers ein ideales Umfeld für das Pilotprojekt: Mit rund 170.000 Einwohnern und 100.000 Strom-Anschlüssen eröffne die Stadt mit ihrer Mischung aus dichter und weniger dichter Bebauung die Möglichkeit, mehrere Datenübertragungstechnologien gleichzeitig zu testen. Zunächst ist vorgesehen, öffentliche Gebäude wie Schulen oder Verwaltungsstandorte mit den neuen Geräten auszustatten. Die konkrete Durchführung liegt bei dem entflochtenen Netzbetreiber RWE Rhein-Ruhr Verteilnetz GmbH.