Außerplanmäßig

RWE fährt Biblis B außer der Reihe herunter

Der Block B des hessischen Kernkraftwerks Biblis ist am Freitagabend zu einem rund dreiwöchigen außerplanmäßigem Stillstand heruntergefahren worden. Es habe ein Dichtungsleck gegeben. Zudem sollen in einem deutlich höheren Umfang als sonst Brennelemente ausgetauscht werden - um die Steuer zu umgehen, sagt die Opposition.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Biblis (dapd/red) - Laut Angaben des Kraftwerkbetreibers RWE vom Samstag ist die Ursache für den Stillstand ein Schaden an der Turbine. Sie weise eine Dichtungsleckage auf, teilte der Stromanbieter mit. Der Vorfall sei nicht meldepflichtig, aber für die Verfügbarkeit der Anlage relevant, hieß es. Die Turbine soll nun wieder instandgesetzt werden.

Außerdem habe sich das Unternehmen entschlossen, den Stillstand zu nutzen, um rund 150 Prüfungen und Inspektionen an sicherheitstechnisch wichtigen und für die Stromerzeugung relevanten Komponenten durchzuführen. Zudem soll der Reaktor mit 90 neuen Brennelementen beladen werden.

Der Stromanbieter war für den Austausch der Brennelemente in den vergangenen Wochen heftig kritisiert worden. Er wolle durch den vorzeitigen Austausch die Brennstoffsteuer umgehen, lautete der Vorwurf. Da die neue Abgabe auf Brennelemente erst ab Januar 2011 erhoben werde, spare RWE rund 280 Millionen Euro Steuern, sagte beispielsweise die hessische Opposition aus SPD, Grünen und Linkspartei.