Branchengerücht

RWE erwägt offenbar Verkauf seines Höchstspannungsnetzes

Der Energiekonzern RWE will offenbar 75 Prozent seines Höchstspannungsnetzes Amprion verkaufen. Das Thema sei im Aufsichtsrat diskutiert worden, berichtete die "Financial Times Deutschland" (Mittwochausgabe) unter Berufung auf Unternehmenskreise. E.ON und Vattenfall haben ihre Hochspannungsnetze bereits verkauft.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Essen (dapd/red) - "Wir kommentieren Marktgerüchte grundsätzlich nicht", sagte eine RWE-Sprecherin. Weiterhin Bestand habe für RWE die Aussage, dass das Netzgeschäft von Amprion wichtiger Bestandteil seiner Strategie als integrierter Versorger bleibe. Laut Konzernkreisen würden Rentenfonds als Käufer erwogen.

Die Gesellschaft Amprion mit Sitz in Dortmund wurde vor gut einem Jahr aus dem RWE-Konzern ausgegliedert, befindet sich jedoch weiterhin im Besitz des Essener Stromkonzerns. Amprion beschäftigt derzeit rund 850 Mitarbeiter und betreibt ein Netz mit einer Länge von 11.000 Kilometern.

Weiter hieß es, RWE sehe sich wegen Belastungen aus den niedrigen Strompreisen im Großhandel, dem Atomkompromiss und dem milliardenschweren Ausbaudruck auf die Stromnetze unter erheblichem Kostendruck, was den Konzern zu einem rigiden Sparprogramm zwinge. Dieser hatte erst Ende September grünes Licht für eine Bündelung wesentlicher Bestandteile des Deutschlandsgeschäfts in einer eigenen Gesellschaft gegeben.

Die Konkurrenten E.ON und Vattenfall haben ihre Hochspannungsnetze bereits verkauft.