Welt braucht Energie

RWE-Energiestudie: Fossile Energieträger auch 2030 dominierend

Die fossilen Energieträger werden nach dem aktuellen Weltenergiereport des RWE-Konzerns in den nächsten Jahrzehnten die zentralen Säulen der Energieversorgung bleiben. Auch im Jahr 2030 würden voraussichtlich rund 80 Prozent des Energiebedarfs durch Öl, Kohle und Gas gedeckt.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp.djn(sm) - Die fossilen Energieträger bleiben langfristig der wichtigste Treibstoff für die Weltwirtschaft. Nach dem aktuellen Weltenergiereport des RWE-Konzerns werden Öl, Kohle und Gas auch im Jahr 2030 das Energieangebot dominieren und wie schon heute über 80 Prozent des Bedarfs decken. Von deutlichen Ölpreissteigerungen gehen die RWE-Energieexperten angesichts angenommener langfristig ausreichender Vorräte aber nicht aus, wie es in dem am Donnerstag in Essen vorgestellten Report des Energieversorgers heißt.

Die Abhängigkeit Europas von Energieeinfuhren wird dem Report zufolge bis 2030 von jetzt 50 Prozent auf 80 Prozent des Energieverbrauchs ansteigen. Wind- und Wasserkraft sowie Solarenergie und Biomasse werden demnach zwar künftig einen wichtigen Beitrag leisten, können aber keinen wirklichen Ersatz für fossile Brennstoffe liefern. Die deutsche Stromversorgung beispielsweise könne bis 2020 maximal zu 20 bis 25 Prozent mit erneuerbaren Energien gespeist werden, hieß es.

Insgesamt geht der Report von einem Anstieg des Weltenergieverbrauchs um bis zu 50 Prozent in den nächsten 20 Jahren aus. Antreiber dieser Entwicklung ist vor allem China. Befürchtete deutlich steigende Ölpreise hält der RWE-Report aber nicht für wirtschaftlich begründbar - politische Entwicklungen nicht berücksichtigt. Langfristig könnte sich das Preisniveau bei 40 bis 50 US-Dollar je Barrel Öl (159 Liter) einpendeln gegenüber aktuell rund 67 US-Dollar.

Dabei geht die RWE-Studie davon aus, das zum einen die verfügbaren Reserven an fossilen Energieträgern die allgemein steigende Nachfrage "auf absehbare Zeit" decken können. Darüber hinaus lohnten sich bei höheren Öl- sowie auch Gaspreisen verstärkt Investitionen in die Erschließung neuer Vorkommen, wozu auch die schon jetzt steigende Förderung von Ölsänden in Kanada gehöre. Zum anderen, so die Prognose, entlastet die wachsende Bedeutung von Gas als Energieträger den Ölmarkt.

Auf dem Vormarsch sieht die Studie hier speziell das Flüssiggas. Dabei kann Gas tiefgekühlt auf Tankschiffen unabhängig von Pipelines transportiert und so die Verfügbarkeit gesteigert werden. Nach Einschätzung der Autoren des RWE-Reports könnte der Anteil von Flüssiggas in Europa von jetzt 14 Prozent bis 2020 auf 25 Prozent der Gasversorgung steigen. Dieses zunehmende Angebot könne zu einem Rückgang der "überhitzten" Ölpreise beitragen.

Mit Blick auf die überwiegend in politisch instabilen Regionen lagernden Weltölvorräte regt der Report auch eine größere Wertschätzung der Steinkohle an. Deren Vorräte seien global nahezu gleichmäßig verteilt. Weltweite Investitionen in neue Kohlekraftwerke mit deutlich verbesserten Wirkungsgraden seien aber davon abhängig, dass die Politik der Kohle eine langfristige Perspektive gebe.

Von Frank Bretschneider