Endlich!

RWE einigt sich mit kommunalen Aktionären der RWE Gas

Der Essener Energiekonzern RWE AG und die kommunalen Aktionäre der RWE Gas AG (Dortmund) haben sich gestern doch noch über die Einbeziehung der RWE Gas in die neue Konzernstruktur geeinigt. Jetzt könne RWE Gas wie vorgesehen in die RWE Energy integriert werden, teilte der Konzern gestern mit.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Zuvor hatten sich RWE-Vorstandschef Harry Roels und die überwiegend nordrhein-westfälischen Kommunen über den Wert von RWE Gas und damit über die Kosten für eine Eingliederung in die neue Konzernstruktur gestritten. Noch vor einigen Tagen sah es so aus, als ob RWE Gas weiterhin eigenständig bleiben würde. Jetzt jedoch liegt die unternehmerische Verantwortung für die kontinentaleuropäischen Gasvertriebs- und Gasnetzaktivitäten des Konzerns ausschließlich bei der RWE Energy.

Die kommunalen Aktionäre erhalten einen Einmalbetrag von 100 Millionen Euro sowie für die Geschäftsjahre 2004 bis 2008 eine jährliche Garantiedividende von 48 Millionen Euro. Sie werden mit 20,03 Prozent Anteilseigner an der neuen RWE Westfalen-Weser-Ems AG. Mit der Einbringung der RWE Gas übernimmt RWE Energy die vollständige unternehmerische Führung. Die Anteile der kommunalen Aktionäre der RWE Gas AG werden in 2009 für 800 Millionen Euro vollständig an die RWE Energy AG abgegeben. Diese Einigung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der entsprechenden Gremien beider Verhandlungspartner.

Harry Roels, Vorsitzender des Vorstands der RWE AG, ist erleichtert: "Mit der vollständigen Einbeziehung der RWE Gas schafft RWE auch in den neuen Vertriebsregionen Westfalen-Weser-Ems und Rhein-Ruhr die Grundlage für bestmögliche Kundenorientierung und organisches Wachstum in den Bereichen Strom, Gas und Wasser." Die Einigung mit den kommunalen Aktionären der RWE Gas ermögliche es RWE außerdem, die gesamten Synergien der neuen Konzernstruktur in Höhe von 300 Millionen Euro pro Jahr zu realisieren.

Die Transaktion entspricht Unternehmensangaben zufolge insgesamt einem Barwert von 900 Millionen Euro, obwohl der anteilige Wert der Beteiligung der kommunalen Aktionäre an der RWE Gas im Rahmen des Teilbeherrschungsvertrages vom 24. April 2002 mit 668 Millionen Euro beziffert worden war. "Der vereinbarte erhöhte Wert ist für RWE vertretbar, weil damit die vollständige unternehmerische Führung durch die RWE Energy verbunden ist. Dies ist auch die Basis für zusätzliche Effizienzsteigerungen und für die weitere Marktentwicklung mit unseren kommunalen Kunden", begründete RWE abschließend.