Untersuchung

RWE: Eigenes Gutachten widerlegt Vorwürfe der Preistreiberei

Der Energieversorger hatte nach Bekanntwerden der Preistreiberei-Vorwürfe ein eigenes Gutachten in Auftrag gegeben, über dessen Ergebnisse jetzt berichtet wurde. Die Vorwürfe der Preistreiberei würden durch das Gutachten eindeutig widerlegt, so RWE.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp/sm) - Der Essener Energiekonzern RWE sieht die Vorwürfe der Preistreiberei an der Leipziger Strömbörse EEX durch ein eigenes Gutachten widerlegt. "Die Stromhandelsaktivitäten des RWE-Konzerns an der Leipziger Strombörse EEX in den Jahren 2005 und 2006 waren einwandfrei und entsprachen jederzeit den geltenden Regeln", teilte das Unternehmen am Donnerstag in Essen mit. RWE habe zu keinem Zeitpunkt durch seinen Handel Preise manipuliert oder in die Höhe getrieben. "RWE trickst nicht und täuscht nicht", sagte der Vorstandsvorsitzende Harry Roels.

RWE beruft sich auf eine Untersuchung der für den Energiehandel im RWE-Konzern verantwortlichen Sparte RWE Trading. Diese habe ihre kompletten Handelsdaten von insgesamt 17 500 Gebotsstunden am Strom-Spotmarkt der EEX für die Jahre 2005 und 2006 untersucht. RWE werde dennoch wie bereits angekündigt seine Stromhandelsgeschäfte zusätzlich von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer begutachten und testieren lassen.

Auslöser der Analyse waren Medienberichte, dass die Unternehmen an der Strombörse die Preise künstlich nach oben trieben. Unter Berufung auf Daten einer anonymen E-Mail hieß es, der Konzern RWE sei 2006 allein für fast 28 Prozent des gesamten Nettostromeinkaufes verantwortlich gewesen. Der anonyme Verfasser der Mail vermute, dass der Konzern so den Preis in die Höhe getrieben habe, um dann im Telefonhandel viel größere Volumina zu dem künstlich angehobenen Preis zu verkaufen. Die Strombörse EEX und die Energiekonzerne hatten die Vorwürfe umgehend zurückgewiesen.

Unmittelbar nach Bekanntwerden dieser Vorwürfe hatte RWE die interne Prüfung eingeleitet. Anders als oft behauptet habe RWE im Jahr 2006 nicht einen Anteil von 28 Prozent, sondern von rund 12 Prozent am Spotmarkt der EEX gehabt, betonte das Unternehmen. Auch habe RWE aufgrund einer langfristigen Absicherungsstrategie keinen Nutzen davon, den Spotpreis hochzutreiben.