Wegen Ölpreis und Klimaschutz

RWE-Chef Großmann fordert Abkehr vom Atomausstieg

RWE-Vorstandsvorsitzender Jürgen Großmann fordert, den Ausstieg der Kernenergie zu überdenken. "Dieser Beschluss wurde im Jahr 2000 unter anderen Prämissen gefällt", schreibt Großmann in einem Gastbeitrag für das in Düsseldorf erscheinende "Handelsblatt" (Montagausgabe).

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - "Damals kostete ein Barrel Öl zwischen 20 und 30 Dollar, und Klimaschutz war noch kein großes Thema. Heute sind wir viel weiter - beim Ölpreis und in der Umweltdiskussion." Gerade angesichts der Klimaschutzziele der Regierung wäre eine Verlängerung der Laufzeit von Kernkraftwerken sinnvoll, zumal, wenn sich die Versorger verpflichteten, zusätzliche Summen in die Forschung zu investieren.

Großmann fordert eine gemeinsame Kraftanstrengung für eine nachhaltige und sichere Energieversorgung. "Der Pakt darf keine Einbahnstraße und kein Formelkompromiss sein", sagte der Vorstandsvorsitzende des zweitgrößten deutschen Energiekonzerns. Er sei ein Geben und Nehmen aller. Die Energieunternehmen müssten in Vorleistung treten. Besser zu erklären, wie Preise zustande kämen, sei eine wichtige Aufgabe. Der Kunde müsse sehen, dass die Stromwirtschaft ihre Gewinne von heute in die Infrastruktur von morgen investiere.